'Maria Königin' & 'Barroco Espanol'
Heute feiert die katholische Kirche das Fest 'Maria Königin' – wir feiern die Himmelskönigin ebenfalls, mit Musik der spanischen Renaissance in der ersten Stunde der Vesper. In der zweiten Vesperstunde geht es um volkstümliche Lieder, lebendige Tänze, humorvolle Zarzuelas oder Hofmusik – die spanische Barockmusik ist ein faszinierend kultureller Schmelztiegel.
- Sendehinweis: Vesper | 22. August 2026, 17.04 - 19.00 Uhr | WDR3
Vesper I
17:04 - 17:45 Uhr
'Maria Königin' - Marienlieder der spanischen Renaissance
Es ist erst eine Woche her, dass die katholische Kirche das Fest 'Maria Himmelfahrt' feierte und nun ein weiteres Marienfest. Die Geschichte des Gedenktags 'Maria Königin' beginnt im Jahr 1954. Papst Pius XII. hat ein 'Marianisches Jahr' ausgerufen, da 100 Jahre zuvor das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis verkündet wurde. Der sozusagen krönende Abschluss des Jahres war die Einführung des neuen Marienfests, das zuerst auf den 31. Mai und später auf den 22. August festgelegt wurde. Die Marienverehrung erreichte gerade in der Renaissance in Spanien ihre Blütezeit. Maria wurde zur mächtigen Schutzpatronin des Landes stilisiert. Komponisten schufen polyphone Meisterwerke ihr zu Ehren. Im ersten Teil der Vesper präsentieren wir Mariengesänge von den bedeutendsten spanischen Renaissancemeistern, wie Tomas Luis de Victoria oder Francisco Guerrero. Unter anderem hören wir auch ein mittelalterliches 'Rosa das rosas', ein kleines Juwel aus dem Repertoire Alfons X.. Begleitet wird es mit der Drehleier und der Chitarra moresca, einer Vorfahrin der modernen Gitarre, die im 8. Jahrhundert von den Mauren nach Iberien gebracht wurde.
Die Musikstücke zur Sendung
Alonso Lobo
Ave Maria
für 8 Stimmen
Coro Victoria
Leitung: Ana Fernández-Vega
3'56''
Francisco Guerrero
Regina caeli a 8
Hespèrion XX
La Capella Reial de Catalunya
Leitung: Jordi Savall
4'49''
Anonymus
Rosa das rosas
für Männerstimme, Drehleier und Chitarra moresca
Ulrich Pfeifer, Singstimme und Drehleier
Micrologus
6'32''
Cristóbal de Morales
Virgo Maria
in der Ausführung mit gemischtem Vokalensemble und Laute
Consortium Carissimi
5'49''
Tomas Luis de Victoria
Regina caeli laetare
für 5 Stimmen
Capella de la Torre
Leitung: Katharina Bäuml
3'12''
Tomás Luis de Victoria
Salve Regina a 5
für gemischten Chor
The Sixteen
Leitung: Harry Christophers
7'19''
Vesper II
18:04 - 19:00 Uhr
'Barroco Espanol'
Die Geschichte der spanischen Musik ist so vielfältig wie die Geschichte des Landes selbst. Zahlreiche Kulturen hinterließen ihre Spuren. Jüdische, christliche und maurische Musik mischte sich mit den traditionellen Stilen unterschiedlicher Regionen. Nach der Wiedereroberung Spaniens durch die Katholiken im 15. und 16. Jahrhundert setzten sich auch die mehrstimmigen Gesangsrichtungen der Nachbarländer durch. Aber vor allem öffnete sich die Barockmusik im 17. und 18. Jahrhundert dem italienischen Einfluss, denn mit der Heirat des spanischen Königs mit der Italienerin Isabel de Farnese wurden immer mehr italienische Musiker und Komponisten an den Madrider Hof geholt. Aber was wäre Spanien ohne die Gitarre. Gaspar Sanz oder Santiago de Murcia schufen ganze Sammlungen von Fandangos oder Paradetas für die damals gebräuchliche fünfchörige Barockgitarre. Und natürlich dürfen auch Ausschnitte aus den Zarzuelas nicht fehlen. Erfinder dieser spanischen Form des Musiktheaters ist Juan Hidalgo, der für den königlichen Hof Texte des großen Dramatikers Pedro Calderón de la Barca vertonte.
Die Musikstücke zur Sendung
José Marin
No piense Menguilla ya
für Singstimmen und Kammerensemble
Ensemble Private Musicke
Leitung: Pierre Pitzl
5'26''
Juan Bautista José Cabanilles
Corrente italiana
für Ensemble
Accademia del Piacere
Leitung: Fahmi Alqhai
3'19''
Antonio Soler
Fandangos de norte a sur
für Violine, Barockgitarre, Kontrabass und Perkussion
Concerto 1700
Leitung: Daniel Pinteño
6'44''
Gaspar Sanz
Paradetas, improvisación
aus: Piezas por la E y C
für Gitarre und Schlagzeug
Xavier Díaz-Latorre, Gitarre
Pedro Estevan, Schlagzeug
5'02''
Juan Hidalgo
Dos zagalas venian
aus: Celos aun del aire matan, op. 3
Ana Quintans, Sopran
Victoire Bunel, Mezzosopran
David Tricou, Countertenor
Serge Goubioud, Tenor
Virgile Ancely, Bariton
Choer de la compagnie La Tempête
Le Poème Harmonique
Leitung: Vincent Dumestre
4'22''
José de Nebra
'Este, riscos incultos Gozaba el pecho mío'
aus: Iphigenia en Tracia (Zarzuela)
Maria Bayo, Sopran
Al Ayre Español
Leitung: Eduardo Lópes Banzo
7'38''
Bartolomé de Selma y Salaverde
Vestiva i colli
für Blockflöte, Violone, Theorbe und Cembalo
Sophia Schambeck, Blockflöte
Mariona Mateu Carles, Violone
Leon Jänicke, Theorbe
Andrii Slota, Cembalo
3'49''
Santiago de Murcia
Fandango in der Ausführung mit Gitarre und Theorbe
Forma Antiqva
3'37''
Moderation: Ulrike Froleyks
Autorin: Dorothee Prasser
Redaktion: Susanne Rump