Im Roman ist es ein Landhaus im ostdeutschen Nirgendwo. Trotz des Wunsches nach einem energischen Neuanfang kommt es immer wieder zu Rückschlägen.
Wären da nicht die beiden Polen Alla und Bolek, die mit Zigarette im Mundwinkel und großem handwerklichem Geschick zur Stelle sind, die Idee hätte sich schnell in Wohlgefallen aufgelöst.
Zwischen kaputten Wasserleitungen, großem Baustellenärger und den Eigenarten der Nachbarn wird das Haus zum Ort einer Suche nach sich selbst. Die Renovierung bringt viele alte Erinnerungen zurück, führt aber auch zu neuen Einsichten. Sollte man das Haus nicht besser verkaufen und noch einmal von vorne anfangen?
Eva Menasse gelingt ein ruhiges, kluges Buch über die Wendepunkte im Leben. Dabei gibt der Roman keine fertigen Antworten vor, sondern lässt den Leser seinen Gedanken nachhängen, gibt ihm Raum für eigene Überlegungen. "Alleinruhelage" ist ein richtig gutes Buch, das noch lange nachwirkt.
"Alleinruhelage"
Autor: Eva Menasse
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
224 Seiten
23,00 Euro
Sendung: WDR 4 Schneider am Sonntag, 06.09.2026, 9 Uhr.