Was das Klapp-iPhone kann - und warum Falt-Handys bislang eine Nische sind
Bildquelle: Apple2 Min. 7 Sek.. Verfügbar bis 09.09.2028. Von Jörg Schieb, Jörg Schieb.
Wie jedes Jahr, wenn Apple die neueste Hardware fürs kommende Weihnachtsgeschäft ankündigt, hieß es auch diesmal in Anlehnung an Steve Jobs' legendären Präsentationen: "There is one more thing". Eine Sache noch.
Und wie von Insidern erwartet, betritt Apple sieben Jahre nach den ersten Falt-Handys von Samsung und Huawei als letzter der großen Hersteller diesen Markt. Das klappbare iPhone heißt iPhone Duo. Der Name ist angelehnt an die zwei Bildschirme.
Ein iPhone im Passformat mit zwei Displays
Zugeklappt ist das Duo ein schmales Telefon mit einem 5,4 Zoll großen Außendisplay. Aufgeklappt entsteht daraus ein Bildschirm von 7,6 Zoll - Apple selbst vergleicht das Format mit einem Reisepass. Aufgeklappt ist das Gehäuse rund 4,5 Millimeter dick, zusammengeklappt etwa neun. Das Gewicht liegt bei gut 230 Gramm und damit deutlich über dem eines gewöhnlichen iPhones.
Technisch fällt auf, worauf Apple verzichtet: Die Gesichtserkennung Face ID fehlt, stattdessen sitzt ein Fingerabdrucksensor im Seitenknopf. Auf der Rückseite arbeiten zwei Kameras mit je 48 Megapixel, ein Teleobjektiv gibt es nicht. Angetrieben wird das Gerät vom neuen Prozessor A20 Pro, erstmals mit Apples eigenem Mobilfunk-Chip C2. Später soll sich das Gerät auch mit Stift bedienen lassen.
Falt-Handys von Samsung, Huawei und Co.
Neu ist die Idee nicht. Samsung stellte sein Galaxy Fold bereits 2019 vor, Huawei im selben Jahr das Mate X. Der Start geriet zum Debakel: Bei Testgeräten fiel das Display nach wenigen Tagen aus, Samsung rief alle Muster zurück und verschob den Verkaufsstart um rund fünf Monate. Microsoft versuchte es mit dem Surface Duo und stellte die Reihe wieder ein.
Google und Motorola sind auch dabei, spielen aber Nebenrollen. Bislang sind Falt-Handys eine Nische: Nach Zahlen des Marktforschers Counterpoint machten sie 2025 nur 1,6 Prozent des weltweiten Smartphone-Marktes aus - gut 20 Millionen Geräte.
Warum Falt-Handys bisher Nische bleiben
Dafür gibt es mehrere Gründe. Der wichtigste ist der Preis: Falt-Handys kosten im Schnitt rund dreimal so viel wie normale Smartphones. Der Einstiegspreis des neuen iPhone Duo liegt bei 2.299 Euro mit 256 Gigabyte Speicher; mit dem größten Speicherausbau wird es noch einmal deutlich teurer. Mit 3.799 Euro ist das Duo das teuerste iPhone, das Apple je verkauft hat.
Apple selbst vergleicht das neue iPhone mit einem Reisepass.
Bildquelle: AppleZum Vergleich: Samsungs aktuelles Galaxy Z Fold 8 startet bei 1.999 Euro - 300 Euro unter dem Duo. Das neue iPhone Duo soll ab dem 23. Oktober zu haben sein.
iPhone 18 Pro: Mehr Kontrolle für Fotos und Videos
Doch Apple hat auch Nachfolgemodelle des "regulären" iPhone gezeigt, das iPhone 18 Pro und das Pro Max. Die auffälligste Neuerung steckt in der Kamera: Erstmals arbeitet die 48-Megapixel-Hauptkamera mit einer variablen Blende. Sechs lasergeschnittene Lamellen auf einem Rotor öffnen und schließen die Optik in vier Stufen - bis hinunter zu Blende f/1,48. Für Menschen, die anspruchsvolle Fotos und Videos machen wollen, eine relevante Verbesserung.
Praktisch bedeutet das: Bei wenig Licht fällt mehr davon auf den Sensor, Aufnahmen am Abend werden sauberer. Und die Tiefenschärfe lässt sich steuern, ohne, dass Software den Hintergrund künstlich unscharf rechnen muss, wie bislang. Dazu kommen manuelle Regler für Blende, Verschlusszeit und Weißabgleich - Funktionen, die man sonst von Systemkameras kennt.
Auch beim Ton gibt es Neuerungen: Wer mag, kann Musik und Stimme getrennt aufnehmen, in unterschiedlichen Lautstärken. Eine Funktion, die Apple Audiomix nennt und für Nutzer interessant ist, die anspruchsvolle Videos drehen.
Die schwarze Bedienleiste am oberen Bildschirmrand, die "Dynamic Island", fällt kleiner aus, weil Apple die Face-ID-Technik neu platziert hat. Der Akku hält nach Herstellerangaben länger, beim Pro Max bis zu 45 Stunden Videowiedergabe.
Preise der neuen iPhones und kein Basismodell
Günstig ist nichts davon, was Apple gezeigt hat. Das iPhone 18 Pro startet bei 1.449 Euro, das Pro Max bei 1.599 Euro - jeweils 150 Euro mehr als die Vorgänger. Als Grund gelten neben der neuen Technik vor allem stark gestiegene Preise für Speicherchips, die Apple im Juni schon bei Macs und iPads weitergegeben hatte.
Das neue iPhone Duo kostet bis zu 3.799 Euro.
Bildquelle: AppleNeu ist eine Speichervariante mit zwei Terabyte. Vorbestellen lassen sich beide ab Samstag, 12. September. Im Handel sind sie ab Freitag, 18. September. Deutschland gehört zu den ersten Ländern, in denen die neue Luxus-Hardware zu haben ist.
Ein gewöhnliches iPhone 18 gibt es in diesem Herbst nicht. Apple hat den Produktzyklus umgestellt und zeigt zunächst nur die teuren Geräte; das Basismodell soll erst im Frühjahr 2027 folgen. Wer ein neues iPhone will, muss also tief in die Tasche greifen - oder ein halbes Jahr warten.
Kann Apple den Markt für Falthandys verändern?
Marktforscher erwarten dennoch einen Schub: IDC rechnet für 2026 mit einem Wachstum des Falt-Marktes um rund 30 Prozent und sieht Apple im ersten Jahr bei über 22 Prozent der verkauften Stückzahlen. Ob Apple-Kunden dem Konzern zu diesem Preis in ein neues Format folgen, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
Unsere Quellen:
- Apple
- Marktforscher Counterpoint
- dpa
Sendung: WDR.de,Was das Klapp-iPhone kann - und warum Falt-Handys bislang eine Nische sind, 09.09.2026, 22:01 Uhr
