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Monitor vom 30.11.2017

Krebsmedikamente ohne Nutzen: zweifelhafter Profit der Pharmaindustrie | Flüchtlingslager Moria: Elend zur Abschreckung? | Der Fall Oury Jalloh: Justizskandal ohne Ende | Glosse: Das GroKodil schnappt wieder zu!

Krebsmedikamente ohne Nutzen: zweifelhafter Profit der Pharmaindustrie

Die Zahl der in Deutschland eingesetzten Krebsmedikamente steigt von Jahr zu Jahr, 2016 betrugen die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung dafür 5,7 Mrd. Euro. Das heißt aber nicht automatisch, dass Betroffene eine höhere Überlebenschance hätten. Eine neue Studie des King‘s College London zeigt: Für die Hälfte aller Krankheitsbilder bei Krebs haben die Medikamente, die zwischen 2009 und 2013 in der EU dafür zugelassen wurden, keinen relevanten Zusatznutzen. Experten fordern schon seit Jahren andere Zulassungsregeln und schärfere Nachkontrollen. Die Politik - auch in Deutschland - aber verschließt davor die Augen.

Flüchtlingslager Moria: Elend zur Abschreckung?

Für 2000 Menschen wurde das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gebaut, über 6500 leben dort momentan. Journalisten ist der Zutritt verboten, MONITOR ist es trotzdem gelungen, im Lager verdeckt zu drehen. Die Recherchen dokumentieren ungenügende Ernährung, improvisierte Unterbringungen, besonders die hygienischen Verhältnisse und die medizinische Versorgung sind katastrophal. Hilfsorganisationen und Politiker werfen der EU und der griechischen Regierung vor, das Elend von Moria bewusst in Kauf zu nehmen, um mögliche weitere Flüchtlinge abzuschrecken.

Der Fall Oury Jalloh: Justizskandal ohne Ende

Vor zwei Wochen berichtete MONITOR über eine dramatische Wende im Fall des Asylbewerbers Oury Jalloh, der vor fast 13 Jahren in einer Dessauer Arrestzelle verbrannt ist. Der langjährige Ermittler der Staatsanwaltschaft Dessau geht inzwischen von einem Verdacht eines Tötungsdeliktes oder sogar einem Anfangsverdacht auf Mord aus. Allerdings ist seit Juni die Staatsanwaltschaft Halle für den Fall zuständig. Diese aber hat die Ermittlungen vorerst eingestellt, mit der Begründung, es gebe „widerstreitende“ und sich „wechselseitig ausschließende" Darlegungen der Sachverständigen in den Akten. Weitere MONITOR-Recherchen lassen erhebliche Zweifel an dieser Begründung aufkommen.

Glosse: Das GroKodil schnappt wieder zu!

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