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Ein Leben wie ein Film: Mario Adorf wäre 96 geworden

Er war einer der ganz Großen des deutschen Films: Mario Adorf begeisterte über sieben Jahrzehnte – mit Charisma, Tiefe und Vielseitigkeit. Wir erinnern an ihn mit den Meilensteinen seiner Karriere und seinen prägendsten Rollen in Bildern.

Mario Adorf

Zu seinem 95. Geburtstag würdigt ihn unter anderem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als einen Künstler, der über sieben Jahrzehnte Filmgeschichte mitgeprägt und stets Haltung bewahrt hat.

In Zürich geboren als Sohn einer Deutschen und eines Italieners, wuchs Mario Adorf in der Eifel, der Heimat seines Großvaters, auf. Seine Kindheit war geprägt von der Zeit im Kinderheim der Borromäerinnen in Mayen, da seine alleinerziehende Mutter als Näherin arbeiten musste. Nach dem Abitur beginnt Mario Adorf ein geisteswissenschaftliches Studium an der Universität Mainz.

Auf der Studentenbühne sammelt er erste schauspielerische Erfahrungen und boxt sogar. Sein weiteres Studium in Zürich bricht er allerdings ab, um sich an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München ganz der Schauspielerei zu widmen.

Seinen Durchbruch feiert der 28-jährige Mario Adorf 1957 mit der Rolle des Massenmörders Bruno Lüdke im Kriminalfilm "Nachts, wenn der Teufel kam", die ihn schlagartig bekannt macht und ihm den Bundesfilmpreis einbringt. Diese Rolle legt ihn für Jahre auf die Darstellung von Schurken und Ganoven fest.

Als Mörder von Winnetous Schwester Nscho-tschi in "Winnetou I." wird er zum meistgehassten Bösewicht des deutschen Kinos – eine Rolle, auf die er bis heute angesprochen wird. Adorf selbst sieht die Schurkenrolle als interessant an und lieh Bösewichten gerne seinen Körper und sein Gesicht im Wissen, was diese Charaktere hergeben.

Adorf spielt an der Seite von Weltstars wie Sophia Loren und Charles Bronson und war im italienischen Kino ebenso zu Hause wie in Hollywood.

Trotz seiner Rolle in "Major Dundee" (1965) entscheidet er sich gegen eine Hollywood-Karriere, da ihm der enorme Druck und die Atmosphäre nicht zusagen.

Die Zeit ab 1965 in Rom bezeichnet er als die schönste seines Lebens: sorglos in einer Stadt, die zum Zentrum des internationalen Kinos geworden ist. Nach 40 Jahren verlässt er Italien wieder, hauptsächlich aus politischen Gründen wegen Silvio Berlusconis dritter Wahl.

In den 1970er Jahren wird Adorf zu einer tragenden Figur des Neuen Deutschen Films und glänzt in Werken wie Volker Schlöndorffs Oscar-prämierter Verfilmung "Die Blechtrommel" und Rainer Werner Fassbinders "Lola".

Mit unvergesslichen Rollen in Dieter Wedels Mehrteilern wie "Der große Bellheim" und Helmut Dietls Kultserie "Kir Royal" prägt er die deutsche Fernsehgeschichte. Sein Zitat "Ich scheiß’ dich so was von zu mit meinem Geld" aus "Kir Royal" ist legendär.

Außerdem engagiert sich Mario Adorf unter anderem als Mitbegründer der Nibelungen-Festspiele in Worms und spielt, wie hier 2002, den Hagen von Tronje selbst.

Auch im hohen Alter bleibt er als Charakterdarsteller präsent, wie in "Der letzte Patriarch" (2010) neben Hannelore Elsner.

Zu seinem 95. Geburtstag würdigt ihn unter anderem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als einen Künstler, der über sieben Jahrzehnte Filmgeschichte mitgeprägt und stets Haltung bewahrt hat.

Für sein Lebenswerk erhielt er zahlreiche Preise und Ehrungen; er starb im Frühjahr 2026 im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung in Paris, wo er mit seiner langjährigen Ehefrau Monique Faye zuletzt lebte.

Stand: 03.09.2026, 14:10 Uhr