Jeder neunte NRW-Bürger auf staatliche Hilfe angewiesen

Stand:

  • Rückgang der Bedürftigen von 2,0 auf 1,9 Millionen
  • Auch Zahl der Harz-IV-Bezieher sinkt leicht
  • Höchste Quote in Gelsenkirchen
  • Zahl geht auch wegen geringerer Flüchtlingszahlen zurück

Die Zahl der Empfänger von staatlichen Hilfeleistungen in Nordrhein-Westfalen geht weiter leicht zurück. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes vom Mittwoch (29.07.2020) haben im vergangenen Jahr rund 1,9 Millionen Menschen die sogenannte soziale Mindestsicherung erhalten. Das sind im Vorjahresvergleich etwa 69.000 oder 3,4 Prozent weniger. Damit war etwa jeder neunte Einwohner in NRW auf diese Leistung angewiesen.

Innerhalb dieser Gruppe war die Zahl der Harz-IV-Bezieher ebenfalls leicht rückläufig. Im vergangenen Jahr bezogen die Grundsicherung für Jobsuchende etwa 1,5 Millionen Menschen (minus 3,5 Prozent).

Mehr Menschen beziehen Grundsicherung im Alter

Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei der Erwerbsminderung stieg dagegen 2019 leicht um 0,4 Prozent auf 283.000 Menschen an.

Laut dem Statistischen Landesamt beziehen auch weniger Asylbewerber Leistungen. 2019 ging die Zahl der Empfänger um 11,3 Prozent auf etwa 87.400 zurück.

2016 hatten noch 2,2 Millionen Bewohner staatliche Leistungen zur Mindestsicherung bezogen. Der Rückgang unter die Zwei-Millionen-Grenze in NRW ist unter anderem auf den Rückgang bei den Flüchtlingszahlen zurückzuführen.

Gelsenkirchen hat die höchste Quote - Hallenberg die niedrigste

Den anteilig höchsten Hilfsbedarf aller 396 Städte und Gemeinden in NRW hat Gelsenkirchen. Dort bekommen 22 Prozent der Einwohner Leistungen. Am niedrigsten liegt die sogenannte Mindestsicherungsquote mit 2,2 Prozent in Hallenberg im Hochsauerlandkreis.