- Sendehinweis: Hier und heute | 8. Juli 2025, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
„Die Schwachstellen bei jedem Haus sind die Fenster im Erdgeschoss und die Balkon- und Terrassentüren“, sagt Thomas Pinger, Experte für Sicherheitstechnik aus Dortmund.
Denn: „Ein normales Fenster ohne zusätzliche Sicherung kann jeder Gelegenheitsdieb nur mit Hilfe eines Schraubendrehers innerhalb von zehn bis 40 Sekunden öffnen.“ Und das treffe auf rund 80 Prozent der Fenster zu.
Die gute Nachricht: Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren lassen sich leicht mit zusätzlichen Sicherungen nachrüsten. Die gibt es in Form von Aufsätzen oder Schlössern, sagt Pinger. Und teuer muss das auch nicht sein: Gute Sicherungs-Sets für Fenster gibt es laut letzter Untersuchung von Stiftung Warentest bereits für deutlich unter 100 Euro.
In höheren Stockwerken werden konkrete Schlösser für die Wohnungstür empfohlen.
Bei Wohnungen in höheren Stockwerken in Mehrfamilienhäusern hingegen kommen die Einbrecher in der Regel durch die Wohnungstür. Und auch die lässt sich durch Stangen- oder Panzerriegelschlösser meist leicht nachrüsten – auch wenn diese in der Regel etwas teurer sind als die Fenster-Sicherungen.
Nachgerüstete Fenster und Türen zu öffnen, sei für Einbrecher sehr viel schwerer. Und vor allem: „Sie brauchen dafür sehr viel mehr Zeit“, sagt Thomas Pinger. Die Erfahrung zeige, dass Einbruchsversuche im Schnitt nach zwei bis vier Minuten abgebrochen werden – und das sei bei zusätzlich gesicherten Türen und Fenstern in aller Regel der Fall.
Sicherheitsexperte Einbruchschutz
Hier und heute. 08.07.2025. 08:30 Min.. Verfügbar bis 08.07.2027. WDR.
Schutz während der Urlaubszeit
Wohnungen und Häuser sollten zudem nach Möglichkeit immer „einen bewohnten Eindruck machen“, rät Thomas Pinger. Denn gerade wenn Einbrecher mitbekämen, dass jemand längere Zeit nicht zu Hause ist, würden sie gern zuschlagen, so Pinger. „Das ist dann schon so etwas wie eine Einladung.“
Wer in den Urlaub fährt, sollte daher möglichst nicht die Rollläden runterlassen, rät der Experte. Denn das sei ein klares Zeichen für die potenziellen Einbrecher: Hier ist niemand zu Hause. Zwar böten auch Rollläden einen gewissen Einbruchschutz – allerdings in der Regel nur für ein paar Sekunden.
Natürlich könne man auch die Rollläden zusätzlich sichern. Sinnvoller sei es aber, in gute Fenster-Sicherungen zu investieren, rät Thomas Pinger.
Welche Möglichkeiten digitale Technik bietet
Mit Smart-Home-Apps lässt sich das Zuhause überwachen.
Es gebe inzwischen eine ganze Reihe an technischen Möglichkeiten um das Haus oder die Wohnung zu schützen: Durch Zeitschaltuhren, programmierbare Steckdosen und Smart-Home-Technik ließen sich die Rollläden zu bestimmten Zeiten automatisch rauf- und runterfahren oder sogar ganze Abläufe festlegen – wie etwa, dass sich Lichter, der Fernseher oder das Radio immer wieder zu unterschiedlichen Zeiten ein- und ausschalten.
Um so etwas einzurichten, müsse man kein Profi sein, sagt Thomas Pinger. Teuer sei das in der Regel auch nicht. Viele dieser Dinge gebe es inzwischen günstig im Baumarkt oder beim Discounter.
Und schließlich gebe es inzwischen eine ganze Reihe an Möglichkeiten, das eigene Zuhause per App und Smartphone aus der Ferne zu überwachen. Entweder in Form von Sensoren und Alarmanlagen, die einen informieren, sobald es im Haus ungewöhnliche Bewegungen gibt. Oder als Kombination mit Kameras, so dass man auch aus dem Urlaub jederzeit nach dem Rechten schauen kann.
Verhindern lasse sich ein Einbruch dadurch zwar in aller Regel nicht, sagt Thomas Pinger. Durch die technischen Neuerungen ließen sich die Diebe aber mitunter abschrecken und womöglich auch gleich auf frischer Tat ertappen.