Haushaltsauflösung – Wie geht das?
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Ob Trennung, Todesfall oder der Umzug in ein Pflegeheim – wenn ein Haushalt aufgelöst werden muss, steckt dahinter meist eine belastende Ausnahmesituation. Was kann man selbst erledigen, wann lohnt sich professionelle Hilfe? Tipps gibt Marcel Querl, der seit mehr als 15 Jahren Haushaltsauflösungen durchführt.
- Sendehinweis: Hier und heute | 3. August 2026, 17.00 - 18.00 Uhr | WDR
Die ersten Schritte
Bevor eine Haushaltsauflösung beginnen kann, müssen zunächst die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen geklärt werden. Bei einem Todesfall muss die Erbfolge geregelt sein. Erbschein und erforderliche Vollmachten müssen vorliegen. Streng genommen darf vorher nichts aus Haus oder Wohnung entfernt werden. Außerdem sollten alle Verträge – etwa für Miete, Strom, Wasser, Gas, Versicherungen oder Abonnements – gekündigt oder umgemeldet werden.
Ebenso wichtig ist es, persönliche Unterlagen, Dokumente und Wertgegenstände frühzeitig zu sichern. Marcel Querl empfiehlt, diese möglichst sofort an sich zu nehmen oder notfalls mit einer mobilen Alarmanlage zu schützen. Einbrecher durchforsten laut seiner Erfahrung gezielt Todesanzeigen, um leerstehende Häuser und Wohnungen zu finden.
Tipps für die Haushaltsauflösung
Hier und heute. 03.08.2026. 16:07 Min.. Verfügbar bis 03.08.2028. WDR.
Wer einen professionellen Haushaltsauflöser beauftragen möchte, sollte sich frühzeitig um einen Termin kümmern und genügend Zeit für die Vorbereitung einplanen. Eine komplette Haushaltsauflösung in Eigenregie hält Querl meist für wenig sinnvoll. Was ein professionelles Team in zwei bis drei Tagen erledigt, koste Privatpersonen oft mehrere Wochen Urlaub. Hinzu komme die emotionale Belastung: Viele Gegenstände würden mehrfach in die Hand genommen, Entscheidungen fielen entsprechend schwer.
Woran erkennt man einen seriösen Entrümpler?
Wichtige Kriterien sind:
- kostenloser Besichtigungstermin zur realistischen Einschätzung von Aufwand, Arbeitszeit und möglichen Wertanrechnungen
- Nachweise über die fachgerechte Entsorgung (z. B. Wiegebelege)
- Haftpflichtversicherung für mögliche Schäden
- verlässliche Terminzusage, besonders bei Mietwohnungen oder Zeitdruck
Was kostet eine Haushaltsauflösung?
Für eine professionelle Auflösung am besten Vorlaufzeit einplanen.
Pauschalpreise sind kaum möglich, da Größe, Aufwand und verwertbare Gegenstände stark variieren. Manche Unternehmen entrümpeln lediglich, andere helfen zusätzlich dabei, Wertgegenstände zu erkennen und zu verkaufen. Einige rechnen verwertbare Gegenstände auf den Preis an. Antiquitäten, Schmuck oder gut erhaltene Möbel können die Kosten deutlich senken, im Einzelfall sogar zu einer Auszahlung führen.
Die Kosten hängen unter anderem ab von Größe der Immobilie, Arbeits- und Zeitaufwand, Menge und Art des Mülls, verwertbaren Gegenständen.
Auch die Entsorgungskosten unterscheiden sich deutlich: Reines Holz ist günstiger als Sperrmüll, Papier und Altmetall bringen teilweise sogar Erlöse. Kleine Elektrogeräte oder Batterien können Privatpersonen oft kostenlos oder günstiger selbst zum Wertstoffhof bringen. Große Möbel selbst zu entsorgen lohnt sich dagegen meist nicht.
Sehr günstige Angebote von nur wenigen Hundert Euro sollten einen skeptisch werden lassen.
Gute Vorbereitung spart Zeit und Geld
Alles, was behalten werden soll und sich am Tag der Entrümpelung noch in der Wohnung befindet, sollte eindeutig gekennzeichnet werden. Nicht markierte Gegenstände können vom Entrümpler grundsätzlich verwertet werden.
Es ist ratsam vorher bereits auszusortieren.
Bereits vor der Besichtigung empfiehlt es sich, grob zu sortieren: Was soll behalten werden? Was wird entsorgt? Was kann verkauft oder an Sozialkaufhäuser gespendet werden?
Auch mögliche Verstecke sollten gründlich kontrolliert werden. Besonders häufig finden sich Wertsachen laut Querl in Lebensmittelverpackungen oder Zuckerdosen, unter oder hinter Schränken sowie in Schubladen, in Matratzen, Kissen oder anderen Gegenständen im Schlafbereich.
Weitere Tipps
- Bei der eigentlichen Räumung sollte möglichst jemand aus der Familie anwesend sein. Immer wieder tauchen Gegenstände auf, bei denen spontan entschieden werden muss, ob sie behalten werden sollen.
- Der Wert von Antiquitäten, Gemälden oder Schmuck lässt sich oft nur schwer einschätzen. Auktionshäuser können realistische Marktpreise nennen und die Stücke verkaufen, verlangen dafür jedoch in der Regel 15 bis 25 Prozent Provision – sowohl vom Verkäufer als auch vom Käufer.
- Mit hohen Erlösen sollte man nicht grundsätzlich rechnen. Besonders sperrige Möbel oder typische Sammlerartikel wie viele Münzsammlungen lassen sich oft schlechter verkaufen als erwartet.