Vierteilige Dokureihe : James Brown: Say It Loud!
Kaum jemand spiegelt die Erfahrungen der Schwarzen im Amerika des 20. Jahrhunderts besser wider als die Musiklegende James Brown. In der vierteiligen, von Mick Jagger und Questlove produzierten Dokuserie, kommen zahlreiche Weggefährten, Musikerinnen und Musik-Experten zu Wort. Sie beleuchten nicht nur die Geschichte des hardest working man in showbusiness, des Soul Brother No. 1 und des Godfather of Funk, sondern auch die eines komplexen Menschen, seines Genies und seines enormen kulturellen Einflusses. Erstmals wird James Browns Geschichte von einem Schwarzen Regisseur erzählt, der James Browns kulturellen Einfluss als Schwarzer Unternehmer zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung und danach beleuchtet.
Episode 1: Making A Life For Myself
Der erste Teil der Dokureihe „James Brown: Say It Loud!“ erzählt den Beginn von James Browns Karriere. Geboren in bescheidenen Verhältnissen in South Carolina, kämpft sich Brown mit seiner Musik durch Armut, Missbrauch und Traumata ganz nach oben. Zuerst ergattert er einen Plattenvertrag bei einem quasi unbekannten Label in Ohio und entwickelt sich zum fesselndsten Künstler der jungen R&B-Szene. Er erlangt landesweite Anerkennung, indem er in der beliebten „T.A.M.I. Show“ zusammen mit seiner Begleitband, den Famous Flames, etablierte Bands und Stars in den Schatten stellt. James Brown bleibt seiner einzigartigen Vision treu, ignoriert den Rat seines Plattenlabels und beschließt, sein legendäres Live-Album „Live At The Apollo“ selbst aufzunehmen und zu finanzieren. Der hardest working man in showbusiness katapultiert sich an die Spitze der Charts und elektrisiert das weiße Publikum bei diesem historischen, im Fernsehen übertragenen Ereignis.
Episode 2: The Most Powerful Black Man In America
Ende der sechziger Jahre schließt sich James Brown, inzwischen ein international gefeierter Star und Soul Brother No. 1, der Bürgerrechtsbewegung an. Er wächst über seine Rolle als Entertainer hinaus und wird zu einer einflussreichen öffentlichen Figur. Er hält Reden, führt Rabattmarken für Schwarze Kunden und Unternehmen ein und fördert Schwarzes Unternehmertum. Getreu seinem Song „Say it Loud, I’m Black And I’m Proud“ bringt er den Stolz und die Würde seiner Community zum Ausdruck. James Brown wird schließlich als der „wichtigste Schwarze Mann Amerikas“ gefeiert. Zeitgleich mit dem soziokulturellen Umbruch, der durch die Bürgerrechtsbewegung angestoßen wurde, gestaltet Brown die Musiklandschaft mit der Geburt des Funk neu und bringt eine Reihe von Chart-Hits heraus, darunter „Papa’s Got A Brand New Bag“ und "Get Up (I Feel Like Being A) Sex Machine".
Episode 3: Life In The Raw
In den Siebzigern und den frühen achtziger Jahren sieht sich James Brown beruflich und privat wachsendem Druck ausgesetzt: Er hat Probleme mit dem Finanzamt und mit seiner Plattenfirma und zudem wachsende Drogen- und Alkoholprobleme. Außerdem droht ihm eine Gefängnisstrafe, weil er in seinem Firmengebäude vor mehreren Menschen mit einer Waffe herumgefuchtelt hat. Doch nicht nur als Symbolfigur des Schwarzen Unternehmertums gerät er ins Wanken: Die späten Siebziger bringen Stile wie Disco und Hip-Hop mit sich, und zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ahmen den unverwechselbaren James-Brown-Sound nach und machen ihn sich zu eigen. Sie sind damit erfolgreich, ohne Brown daran teilhaben zu lassen. Inmitten all dieser Turbulenzen ist Brown auf einem gefährlichen Weg: Der unverbesserliche Workaholic setzt seine Gesundheit aufs Spiel, und sein Stern droht langsam zu verglühen.
Episode 4: Big As Big Can Be
In den neunziger Jahren und den frühen Zweitausendern erlebt James Brown ein grandioses Comeback. Als Pate jenes Breakbeats, der Hip-Hop hervorbrachte, wird er gefeiert. Einflussreiche Protagonisten der Hip-Hop-Community wie LL Cool J erweisen ihm endlich den Respekt, den er verdient, und auch Popstars wie Michael Jackson sprechen öffentlich darüber, wie sehr sie James Brown beeinflusst hat. Obwohl er noch immer mit seinen Dämonen ringt, sich durch Gerichtsverhandlungen manövrieren muss und unter ständiger Beobachtung der Medien steht, triumphiert seine Arbeitsmoral: Am Ende seines Lebens steht für ihn seine Musik wieder im Mittelpunkt. Er erhält zahlreiche wichtige Auszeichnungen, darunter auch einen Grammy für sein Lebenswerk. Bis kurz vor seinem Tod tritt er regelmäßig auf. Am 25. Dezember 2006 stirbt er schließlich an einer Lungenentzündung.