Blauer Himmel, 30 Grad und ein entspannter Tag im Freibad nur mit deinen Girls. In Freiburg gibt es dafür sogar einen eigenen Ort: ein Frauen-Freibad, zu dem nur Besucherinnen Zutritt haben. So soll ein besonderer Safe Space für Frauen geschaffen werden. Wie genau das funktioniert und ob es in NRW & dem Rest von Deutschland ähnliche Konzepte gibt:

Freiburger Damenbad will mehr Sicherheit für Frauen schaffen

In Freiburg gibt es ein Freibad, das nur Frauen nutzen dürfen. Der Gedanke dahinter: Ohne männliche Gäste sollen sich Frauen keine Sorgen um unangenehme Blicke oder Sprüche von Männern machen müssen und sich sicherer fühlen können. Ob Bikini, Badeanzug, Burkini oder oben ohne: Die Badegästinnen entscheiden selbst, wie sie sich im Frauenbad aufhalten möchten.

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Der Zutritt zum Damenbad wird über die Haus- und Badeordnung geregelt. Eine Pressesprecherin vom Freiburger Stadtbau schreibt: "Körperliche oder invasive Kontrollen gibt es selbstverständlich nicht. Einzelfragen werden diskret und situationsbezogen geklärt". Mütter können außerdem ihre Kinder mitbringen. Bis zum Alter von drei Jahren dürfen auch Jungs mit ins Freibad.

Damenbad Freiburg: So funktioniert die Trennung zwischen Frauenbad und Freibad

Neu ist das Frauen-Freibad nicht. Seit 140 Jahren ist der Freibadbereich nur für Frauen zugänglich. Einige Jahre zuvor (1841) wurde das Schwimmbad aber zunächst als reines Herrenbad eröffnet, das sich mit der Zeit zu einem gemischten Freibad mit abgetrennten Damenbad entwickelt hat. Das ist bis heute so geblieben. Während im Frauen-Freibad also nur Frauen schwimmen, ist der gemischte Bereich nebenan allen zugänglich.

Geöffnet ist das Frauenbad von Mai bis September. Eine Tageskarte kostet sechs Euro, Kinder bis sechs Jahre zahlen keinen Eintritt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Tages- und Saisontarife. Im Sommer wird der Frauenbereich auch als Location für Open-Air-Konzerte und andere Events genutzt, zu denen dann alle Zutritt haben.

Männer im Damenbad? Darum gibt es Kritik am Frauen-Freibad

Manchmal sind im Damenbad aber auch Männer unterwegs. Sie werden vom Freibad als Aufsichtspersonal eingesetzt. Einen Hinweis dazu gibt es auf der Website vom Freiburger Stadtbau. Das sorgt für Unmut bei einigen Gästinnen. In Online-Bewertungen wird beispielsweise kritisiert, dass dies nicht dem Konzept entspräche und sich Frauen durch männliche Mitarbeitende unwohl fühlen. Vor einigen Jahren wurde bereits eine Petition dagegen gestartet, männliches Personal im Damenbad einzusetzen. Die Petition wurde damals allerdings abgelehnt.

"Ein Betrieb ohne Männer war zu dieser Zeit nicht möglich gewesen, da das Bad sonst teilweise hätte geschlossen werden müssen", erklärt uns eine Pressesprecherin vom Freiburger Stadtbau auf unsere Rückfrage. Daneben schreibt sie, dass im Frauen-Freibad wohl in 99 Prozent der Fälle ausschließlich weibliche Aufsichten zum Einsatz kämen. Beim Schichtwechsel oder wenn die weibliche Aufsicht Pause hat, könne für kurze Zeit die männliche Aufsicht aus dem anderen Teil des Freibades eingesetzt werden, da immer eine Aufsicht garantiert sein müsse.

Sexuelle Übergriffe in Freibädern: Warum sind Safe Spaces für Frauen wichtig?

Immer wieder kommt es in deutschen Schwimmbädern zu sexuellen Übergriffen. Das Landeskriminalamt NRW berichtet auf eine WDR-Anfrage: 298 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 2024 in den Frei- und Schwimmbädern in NRW in der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert. Das seien elf Prozent mehr als 2023.

Bade-Angebote, die sich ausschließlich an Frauen richten, könnten Räume schaffen, in denen Frauen sich freier bewegen und ihre Bedürfnisse respektiert werden. Allerdings sollten sie nicht die einzige Antwort auf sexuelle Belästigung sein, erklärt Frau Lohaus, Projektleiterin vom Bündnis "Gemeinsam gegen Sexismus". "Langfristig sollte das Ziel sein, dass geschützte Angebote für Frauen weniger notwendig werden." Dafür brauche es wirksame Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung und Gewalt, eine klare Haltung von Institutionen und Betreibenden, gut geschultes Personal sowie eine Kultur, in der Grenzüberschreitungen nicht toleriert werden.

Frauenbad in NRW: Gibt es Schwimmbäder nur für Frauen?

Weitere Schwimmbäder in Deutschland, die dauerhaft ausschließlich Frauen vorbehalten sind, sind selten. Ein Frauenbad wie das Freiburger Damenbad gibt es in Nordrhein-Westfalen nach unserer Recherche nicht.

Viele Schwimmbäder in NRW bieten allerdings spezielle Zeiten für Frauenschwimmen an. Dabei sind die Becken für Männer und Jungen ab einem bestimmten Alter nicht zugänglich. Solche Angebote gibt es unter anderem in Dortmund, Recklinghausen, Hamm, Köln oder Essen.

Auch in anderen Städten Deutschlands werden regelmäßig Schwimmzeiten nur für Frauen angeboten. In der Schweizer Stadt Zürich gibt es zudem ein ähnliches Konzept wie in Freiburg: Das Frauenbad dort ist tagsüber nur für Frauen geöffnet und wird abends als Bar für alle Gäste genutzt.

Außerdem bieten in Deutschland verschiedene Bäder an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Uhrzeiten Schwimmangebote nur für Frauen an. Das gibt es beispielsweise in Schwimmbädern in Bremen, Köln oder Gießen. Schwimmkurse nur für Frauen werden zum Beispiel in Herne, Leverkusen, Göttingen oder Nürnberg angeboten.

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Dieser Beitrag liefert Informationen zum Instagram-Reel "Freibad nur für Frauen" vom 15.06.2026.

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