Rekordtemperaturen im Juni und Juli haben einige Veranstalter auf die Probe gestellt. Für manche Events war es einfach zu heiß, das Risiko für Besucherinnen und Besucher zu groß.
Die Deutsche Oper am Rhein hat zum Beispiel Ballett-Aufführungen abgesagt. Im Opernhaus Düsseldorf konnte eine Premierenfeier nicht stattfinden, weil das Foyer nicht klimatisiert ist. Mehrere Sportveranstaltungen und auch das Sunset Beach Festival in Haltern sind ausgefallen. Beim Helene Fischer Konzert in Köln durften sich Fans mit Hand-Ventilatoren behelfen.
Auch diese Woche werden weiter Temperaturen über 30 Grad erwartet. Da werden zum Beispiel wieder Zehntausende beim San Hejmo am Flughafen Weeze erwartet.
Events sind der Hitze nicht komplett ausgeliefert
Sarah Lüngen ist von der Agentur "The Changency" und sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Events nachhaltiger zu machen. Da geht's um klimafreundliche An- und Abreisen, oder wie Merch ökologischer produziert werden kann, aber eben auch um Hitzeschutz.
Besucher holen beim Parookaville kostenloses Trinkwasser an einer Wasserstation
Bildquelle: dpaSie sagt, dass Veranstalter sich auf einiges vorbereiten können, wenn sie sich rechtzeitig Gedanken machen. Und da spielt die Hitze eine immer größer werdende Rolle. Einmal natürlich, weil es Veranstalter viel Geld kosten kann, wenn Aufführungen oder Festivals verkürzt oder sogar ganz abgesagt werden. Sie haben gegenüber ihren Besucherinnen und Besuchern aber auch eine Fürsorge-Pflicht.
Für Lüngen gehört auf jeden Fall dazu, dass für genug Schattenplätze und kostenloses Trinkwasser gesorgt ist, auch wenn das dann weniger Einnahmen für die Gastro-Stände heißt.
"Tatsächlich ist das mittlerweile viel mehr akzeptiert, weil man natürlich, wie gesagt, der Fürsorgepflicht nachkommen muss. Und das einfach auch ein Sicherheitsthema ist. Es ist einfach nicht möglich, bei starker Hitze kein Trinkwasser anzubieten. Wenn man nicht dazu kommt, dass man es komplett kostenlos anbietet, dann wenigstens extrem vergünstigt." Sarah Lüngen von "The Changency"
Lüngen betont, dass Veranstalter da auch nicht wirklich drumherum kommen. In den USA gebe es zum Beispiel sogar schon Klagen deswegen.
Neue Herausforderungen für den Brandschutz
Durch die heißen Temperaturen trocknen Wiesen aus, auf denen Open-Air-Events stattfinden. Das stört zwar nicht beim Zugucken und Feiern. Allerdings kann es durchaus beeinflussen, was wir auf der Bühne zu sehen bekommen. Denn bei Trockenheit steigt auch die Gefahr, dass sich durch Feuerwerk was entzünden kann. Veranstalter müssen sich also durchaus auch überlegen: Wohin kann ich tausende oder zehntausende Menschen bringen, wenn es brennt?
Event-Sommer verschieben?
Laut der Event-Beraterin sind Veranstaltungen im Hochsommer immer schwieriger umzusetzen. Sie könnte sich vorstellen, dass sich die Termine im Veranstaltungs-Kalender im Laufe der Jahre verschieben könnten und Veranstaltungen dann eher im Frühjahr oder Herbst stattfinden. Ihr Tipp an Veranstalter und Besucher: Checken, ob Hitzeschutzmaßnahmen mitgedacht wurde.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Sarah Lüngen von der Agentur "The Changency"
- Deutsche Oper am Rhein
- Seebad Haltern am See
- RheinEnergieSTADION
Sendung: WDR3, Resonanzen, 10.08.2026, 18:10 Uhr