Was tun mit rund 2.000 Werken von Kunstschaffenden der Kölner Werkschulen, die innerhalb relativ kurzer Zeit an die Nachfahren gefallen sind? Sowas kann sowohl Geschenk als auch Bürde sein. Die Erbinnen und Erben kamen überein, den künstlerischen Nachlass an einem Ort zu sammeln, öffentlich zu zeigen und so vor dem Vergessen zu bewahren.
So entstand die Stiftung WerkKunst Köln. Ihr Archiv enthält Malereien, Mosaike und Grafiken, Skulpturen, Textilien und eine Bibliothek. Mittlerweile zeigt die Stiftung in der angemieteten Wohnung eines imposanten Altbaus nahe dem Kölner Stadtgarten ihre erste Dauerausstellung - Ergebnis des persönlichen Engagements der Vereinsmitglieder.
Farbenfroh: Das Gemälde von Klaus Balke (Öl auf Leinwand, 1953)
Bildquelle: Stiftung WerkKunst Köln e. V. / Foto: Moritz PäffgenGezeigt werden großflächige bunte Gemälde, kantig anmutende Stillleben mit Tonkrug und Taube, emotional wirkende Tonplastiken. Was sie alle eint, ist die künstlerische Herkunft aus den Kölner Werkschulen, teils hatten sie dort auch den selben Lehrer.
100 Jahre Kölner Werkschulen
Vor hundert Jahren, 1926, wurde die "Kunstgewerbe- und Handwerkerschule der Stadt Köln" in Kölner Werkschulen umbenannt. Geprägt hat sie, so Vereinsvorstand Christian Kaldenhoff, die Tradition der Kunstgewerbeschulen des frühen 19. Jahrhunderts, ebenso wie die Einflüsse des späteren Bauhauses. Bis 1971 bestanden sie eigenständig.
"Ein maßgeblicher Initiator", sagt Christian Kaldenhoff, sei Konrad Adenauer gewesen, "der hier in Köln eine städtische Kunstakademie begründen wollte, die aber nicht nur freie Künstler haben, sondern überwiegend angewandte Kunst vermitteln sollte".
Künstlerpaare - Karriere machte meist der Mann
Die Werke seiner Eltern Ulla und Helmut Kaldenhoff sind hier ebenfalls ausgestellt - sie sind eines von mehreren Künstlerpaaren. Doch wie so oft hat die Kunstgeschichtsschreibung die Frauen meist geflissentlich übersehen.
Gemeinsame Arbeit: Mosaik von Ulla und Helmut Kaldenhoff, 1955
Bildquelle: Stiftung WerkKunst Köln e. V. / Foto: Moritz PäffgenStiftungsmitglied Ulla Hulbert erzählt, dass kaum bekannt sei, dass Ulla Kaldenhoff mit ihrem Mann Mosaiken in der traditionellen Kölner Festhalle Gürzenich verwirklicht habe. "Die Frauen standen ein bisschen im Hintergrund, und wir haben das hier ein bisschen aufbrechen können. Das finde ich eigentlich auch ganz schön."
So trägt die Stiftung WerkKunst dazu bei, sowohl Kunstschaffende und ihre Werke als auch die Tradition der Kölner Werkschulen vor dem Vergessen zu bewahren.
Korrektur vom 14.08.2026, 10:15 Uhr
In einer früheren Fassung dieses Artikels haben wir fälschlicherweise angegeben, dass die Kölner Werkschulen vor hundert Jahren gegründet wurden. Richtig ist, dass 1926 die "Kunstgewerbe- und Handwerkerschule der Stadt Köln" in Kölner Werkschulen umbenannt wurde. Wir haben den Text entsprechend aktualisiert.
Unsere Quellen:
- Stiftung WerkKunst Köln e.V.
- Beitrag über die Stiftung WerkKunst Köln im WDR Hörfunk
Sendung: WDR 3, Westart, 11.08.2026, 12:10 Uhr