Dua Lipa fordert Preisgrenze für Konzerttickets: Wie ist es bei uns?
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Weiterverkaufte Konzerttickets sind für viele Fans unerschwinglich. Englische Musik-Promis fordern ihre Regierung auf, was dagegen zu tun - und auch bei uns fordern Musikverbände eine Preisobergrenze. Die Bundesregierung hatte das sogar angekündigt. Geschehen ist bislang nichts.
Mit einem offenen Brief machen britische Musik-Promis Druck auf Premierminister Keir Starmer. Der hatte im Wahlkampf im vergangenen Jahr angekündigt, gegen überhöhte Ticketpreise auf dem Zweitmarkt vorzugehen.
Bei Konzerttickets, die auf speziellen Plattformen weiterverkauft werden, schlagen die Verkäufer oft horrende Summen auf den Originalpreis - darauf zählend, dass Fans in den sauren Apfel beißen und den hohen Preis zahlen werden.
5.000 Euro für ein Oasis-Ticket
So sollen Karten für ein Oasis-Konzert im Sommer im Londoner Wembley-Stadion für bis zu 4.442 Pfund - gut 5.000 Euro - angeboten worden sein - sehr zum Verdruss der Fans.
Starmer hatte eine Obergrenze angekündigt. Doch bislang ist nichts passiert. "Viel zu lange haben bestimmte Plattformen es Wiederverkäufern ermöglicht, Tickets in großen Mengen aufzukaufen und sie dann zu Wucherpreisen weiterzuverkaufen", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Brief der Musiker.
Mitunterzeichnerin des Offenen Briefs: Dua Lipa
Bildquelle: REUTERS/Mario AnzuoniUnterzeichnet haben unter anderem Robert Smith von The Cure, der Sänger und Gitarrist Mark Knopfler, die Sängerin Dua Lipa und die Bands Iron Maiden und New Order. Auch Verbraucherschützer, Fußball-Fanvereine und Unternehmen aus der Entertainment-Branche schlossen sich an.
Wie ist die Lage in Deutschland, wie können Künstler sich wehren, und was plant die Bundesregierung? Hier gibt es Antworten auf einige der häufigsten Fragen zu überteuerten Konzertkarten.
Wie sieht es in Deutschland aus?
Auch in Deutschland warnt die Verbraucherzentrale vor stark überhöhten Preisen auf dem Ticket-Zweitmarkt. Besondere Vorsicht geboten sei bei der schweizerischen Plattform "Viagogo": "Viagogo tritt wie ein offizielles Ticket-Verkaufsportal auf, es handelt sich aber um eine Ticketbörse." Das bedeute: Viagogo sei nur Vermittler zwischen Käufern und Verkäufern.
Käufer gingen damit das Risiko ein, falsche oder gar keine Tickets zu erhalten. Auf den Kosten blieben sie aber sitzen. Außerdem kosteten die Tickets bei Viagogo oft deutlich mehr als bei den offiziellen Verkaufsstellen. Hinzu kämen hohe, teils nicht nachvollziehbare Gebühren für die Vermittlung.
Kritisiert wird auch, dass Zweitverkauf-Plattformen Bots nutzen, die blitzschnell Tickets aufkaufen, sobald sie angeboten werden. Anschließend landen die Karten direkt bei Viagogo und anderen Anbietern - zum Vielfachen des Originalpreises.
Auch bei Käufen auf Portalen wie "Ticketbande" oder Ebay laufe man Gefahr, vor Ort keinen Zutritt zur Veranstaltung zu bekommen, so die Verbraucherzentrale.
Unsere Quellen:
- Verbraucherzentrale
- Homepage der "Toten Hosen"
- Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV)
- Face-Value European Alliance for Ticketing (FEAT)
- Initiative "Make tickets fair!"
- Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland
- Koalitionsvertrag der Bundesregierung
- Antrag von CDU/CSU zur Bekämpfung des Missbrauchs von Online-Ticketbörsen
- Nachrichtenagentur Dpa
- Statement des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz