Hohe Belastung für Polizei und Feuerwehr nach der Sperrung der Nordbrücke
03:12 Min.. Verfügbar bis 08.07.2028.
Nordbrücken-Sperrung Bonn : Mehr Stress bei Notfällen für Einsatzkräfte
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War es in der Reuterstraße bislang schwierig durchzukommen, wo kein Platz für eine Rettungsgasse ist, dann ist es jetzt eine echte Herausforderung. Anwohner beobachten deutlich mehr Lärm durch Martinshörner. Polizei und Feuerwehr müssen sich was einfallen lassen, um durch den Verkehr zu kommen.
Von Anette Flentge
Der Verkehr auf der Kennedybrücke fließt zäh - auch am Mittag noch. Ein Rettungsfahrzeug muss auf die Schienen in der Mitte zwischen den Fahrbahnen ausweichen und hoffen, dass gerade keine Bahn kommt.
Auf der Reuterstraße ist die Situation noch schwieriger. Die Spuren sind eng, es gibt keine Ausweichmöglichkeit - auch mit Blaulicht. Auch wenn Autofahrer versuchen Platz zu machen, quälen sich die Rettungsfahrzeuge nur langsam durch den Verkehr. Das sei vor der Nordbrücken-Sperrung, zu den Stoßzeiten, schon nicht einfach gewesen, so David Bormann von der Feuerwehr in Bonn. Jetzt seien die Staus länger und über den ganzen Tag verteilt.
Alternativrouten sind gefragt
Im Lagezentrum der Bonner Feuerwehr hat der Lagedienstleiter die Verkehrssituation auf mehreren Monitoren ständig im Blick. Als hätte man das Verkehrschaos geahnt, wurde die Stelle im Februar neu eingerichtet. Er versucht Alternativrouten zu finden und gibt die Infos an die Kollegen weiter.
Zum Einsatz werden dann erstmal die Kräfte rausgeschickt, die am nächsten dran sind. Das klappt meist ohne größere Verzögerungen. "Aber für die Kräfte, die dann unterstützen von anderen Wachen mit längerer Fahrzeit, da müssen wir dann schauen anhand der Verkehrssituation, welche Kräfte am schnellsten da sein können", so Bormann.
Mehr menschliche statt künstliche Intelligenz ist gefragt
Im Lagezentrum läuft einiges anders als vor der Nordbrücken-Sperrung. Die Routen habe früher ein Computer geplant, sagt David Bormann. Jetzt ist das ein bisschen mehr Handwerk, weil sich die Verkehrssituation natürlich über den Tag ändert.
Auch die schnellsten Routen führen oft durch Stau hindurch
Das bedeutet: Sieht der Lagedienstführer einen Stau, hört er nicht auf den Computer, sondern sucht selbst aus, welches Fahrzeug mit dem wenigsten Stau am schnellsten am Einsatzort ist.
Auch Rettungsfahrzeuge müssen sich im Stau anstellen
Auch für die Polizei heißt es: Routen umplanen und mehr Geduld. Denn von ihrem Wegerecht dürfe man nur Gebrauch machen, wenn Leib und Leben in Gefahr sind. Blaulicht und Martinshorn dürfen also nur im Notfall eingesetzt werden, sagt Michael Beyer von der Polizei Bonn.
Langsames Durchkommen für einen Rettungswagen.
Auf der Rückfahrt eines Einsatzes bleibt das Blaulicht aus. Da müssen sich Feuerwehr und Polizei wie alle anderen in die Stauschlange stellen. Das kostet Zeit und Nerven. Das sei für alle eine hohe Belastung. Denn gerade jetzt, wo es immer mal wieder so heiß ist, lässt der nächste Einsatz meist nicht lange auf sich warten.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit David Bormann, Feuerwehr Bonn
- WDR-Gespräch mit Michael Beyer, Polizei Bonn
Sendung: WDR.de, Mehr Stress bei Notfällen für Einsatzskräfte, 08.07.2026, 12:41 Uhr