Das Bild zeigt Autos beim Autohändler.

Teuer und wenig Auswahl: Statt Kleinwagen bieten Hersteller SUVs an

Stand:

Es gibt immer weniger Kleinwagen auf dem Markt. Und die Preise für kleine Modelle steigen. Das hat eine Analyse des ADAC ergeben.

Von WDR-Reporter Andreas PalikAndreas Palik

Kleinwagen sind ideal für Fahranfänger, als Zweitwagen oder in der Stadt, wo Straßen oft schmal und die Parklücken eng sind. Außerdem sind Kleinwagen in der Regel auch mit kleinem Budget erschwinglich. Doch eine neue Analyse des ADAC zeigt: Die Zeiten der kompakten, günstigen Fahrzeuge sind vorbei. Immer weniger Hersteller bieten solche Modelle an.

Der Hintergrund: Die Produktionskosten für Autos sind insgesamt gestiegen, dazu kommen strengere Umweltauflagen und höhere Sicherheitsanforderungen. Diese Vorgaben für kleine Modelle umzusetzen, ist besonders kostspielig. Gleichzeitig ist die Gewinnmarge in diesem Segment geringer als bei größeren Fahrzeugen.

Der Trend: Weniger Kleinwagen, mehr SUVs

"Wir stellen schon seit Jahren fest, dass immer weniger Fahrzeuge in niedrigeren Segmenten verkauft werden - übrigens zugunsten von SUVs", sagt Auto-Experte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, einem unabhängigen, wissenschaftlichen Institut.

Kleinwagen: Nicht mehr klein und günstig?

WDR 5 Das Wirtschaftsmagazin - aktuell 14.08.2025 03:58 Min. Verfügbar bis 14.08.2026 WDR 5


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"Es ist auch immer schwieriger geworden, in Deutschland Fahrzeuge in günstigeren Segmenten herzustellen. Ford zum Beispiel mit dem Fiesta in Köln hat ebenfalls große Probleme gehabt, die Fahrzeuge profitabel zu bauen und damit aufgehört."

Nachfrage sinkt - Kleinwagen werden teurer

Viele Käuferinnen und Käufer entscheiden sich heute außerdem lieber für größere Autos, etwa SUVs. Deshalb haben zahlreiche Hersteller Kleinwagen-Modelle gestrichen. Ford hat zum Beispiel die Produktion des Fiesta eingestellt. Volkswagen baut keinen Up mehr, Opel keinen Adam. Smart produziert den ForTwo nicht mehr. Außerdem bietet Nissan den Micra bald nur noch als Elektroauto an. Ähnliches gilt für den Twingo von Renault. Laut ADAC gibt es rund ein Fünftel weniger Modelle als vor zehn Jahren.

Mehrere Smarts aufgereiht

Immer weniger Kleinstwagen-Modelle

Dazu kommt: Die verbliebenen Klein- und Kleinstwagen sind deutlich teurer geworden. "Das ist ein Problem, weil diese Fahrzeugklasse eigentlich für ein preisbewusstes Publikum gedacht ist, das sich gegen viel Luxus und für ein bezahlbares Auto entscheidet", sagt ADAC-Sprecher Fabian Faehrmann. "Die gestiegenen Kosten und das geringere Angebot haben zur Folge, dass Verbraucher immer mehr Geld für einfache Mobilität ausgeben müssen." Die Preise seien seit 2013 im Schnitt um 80 Prozent gestiegen.

Elektro-Kleinwagen - eine teure Alternative

Einige Hersteller setzen bei den wenigen kleinen Modellen inzwischen auf Elektroantrieb. Immerhin: Dort wird das Angebot größer. Renault und Fiat zum Beispiel haben bereits kompakte E-Autos im Angebot, die kosten aber mehr als 25.000 Euro. Andere Hersteller planen ebenfalls kleine E-Modelle. Die Autoexperten rechnen damit, dass die in Zukunft aber günstiger werden.

Wer nicht unbedingt einen Kleinstwagen braucht, findet laut ADAC in der nächsthöheren Fahrzeugklasse günstigere Verbrenner-Modelle – etwa den Dacia Sandero oder den Mitsubishi Space Star - beide Modelle werden ab rund 13.000 bis 14.000 Euro angeboten. Wer ein kleines und günstiges Auto kaufen will, der müsse derzeit vor allem auf dem Gebrauchtwagenmarkt suchen. Doch auch hier sind die Preise gestiegen. Da hilft nur, Angebote zu vergleichen, den Suchradius zu erweitern und etwas Geduld mitzubringen.

Quellen:

  • ADAC
  • Interview mit Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management
  • Interview mit Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research
  • Websites verschiedener Autohersteller

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