Handy am Steuer: Verstärkte Kontrollen der Polizei in NRW
Stand:
Die Polizei kontrolliert ab heute eine Woche lang besonders stark, ob Autofahrer ein Handy nutzen. Es ist eine europaweite Aktion, bei der die Polizei auch bei Lastwagen- und Fahrrad-Fahrern genauer hinschaut. Das Wichtigste im Überblick.
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Zu den Kommentaren [6]Mal eben auf dem Handy nachschauen, wer geschrieben hat - obwohl man gerade am Steuer sitzt und Auto fährt. Das ist verboten, viele tun es trotzdem. Heute startet dazu eine europaweite Kontrollwoche. Dabei soll geprüft werden, ob Autofahrer, Lastwagenfahrer aber auch Radfahrer elektronische Geräte nutzen.
Die Aktionswoche steht unter dem Motto: "Focus on the Road", also "Konzentrieren Sie sich auf die Straße". Initiiert werden die Kontrollen von dem europaweiten Polizei-Netzwerk "Roadpol". Das steht für "European Roads Policing Network".
Das Netzwerk ist aus einem Zusammenschluss von Verkehrspolizeien aus der EU hervorgegangen. Das Ziel: weniger Verkehrstote und Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen auf Europas Straßen.
Warum ist die Smartphone-Ablenkung so gefährlich?
So weit fahrt ihr blind, wenn ihr kurz auf das Handy guckt.
Geht der Blick nur kurz weg von der Straße, fahren Menschen mehrere Meter quasi im Blindflug. Die Polizei NRW rechnet vor: Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden lang Whatsapp-Nachrichten checkt, sieht 30 Meter lang nicht, was vor ihm passiert. Dem abgelenkten Autofahrer entgeht, ob der Vordermann bremst, die Ampel auf Rot springt oder plötzlich ein Kind auf die Fahrbahn läuft.
Wie viele Unfälle sind auf "Handy am Steuer" zurückzuführen?`
Das lässt sich nur schätzen, weil Ablenkung (u.a. durch mobile Endgeräte) als Unfallursache bislang noch gar nicht explizit erfasst wird. In der Unfallstatistik taucht der Punkt nicht auf. Fachleute gehen davon aus, dass Ablenkung bei etwa jedem dritten Unfall und jedem zehnten Verkehrsunfall mit Verletzten die Unfallursache ist.
Dabei ist die Dunkelziffer entsprechend hoch, weil die meisten Verstöße gar nicht erst auffallen. Nur in Ausnahmefällen, wie bei schweren Unfällen ohne erkennbare Ursache oder nach Hinweisen, werden Handys überhaupt ausgewertet.
Ist Handy am Steuer komplett tabu?
Ja! Selbst die Hand am Handy ist verboten. Anders gesagt: Nicht nur Telefonieren und Nachrichten schreiben sind während der Fahrt tabu. Das Ladekabel einstecken oder einen Anruf ablehnen sind untersagt, wenn man dabei aufs Handy tippen muss.
Bereits der Griff zum Handy ist strafbar, lediglich ein kurzer Blick ist erlaubt, vergleichbar mit einem kurzem Blick auf den Tacho. Und: die Nutzung ist auch nur dann erlaubt, wenn das Fahrzeug steht und der Motor ausgeschaltet ist.
Befindet sich das Handy in einer Halterung, dann darf man es entweder mit einer Sprachsteuerung oder kurz mit der Hand bedienen - Voraussetzung laut Straßenverkehrsordnung: Dafür darf nur ein kurzer Blick aufs Gerät erfolgen, der den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen angepasst ist.
Wie hoch sind die Strafen beim Handy am Steuer?
Wer bei der Autofahrt das Handy nutzt, muss laut dem Bußgeldkatalog mit über 120 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Gefährdung anderer erhöht sich das Bußgeld auf über 170 Euro und es gibt zwei Punkte sowie einen Monat Fahrverbot.
Bei Sachbeschädigung sind mehr als 220 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot fällig. Das gilt übrigens auch für Radfahrer: Auf dem Rad mit dem Handy zu hantieren kann 80 Euro und mehr kosten.
Unsere Quellen:
- Polizei NRW
- Nachrichtenagentur DPA
- Bußgeldkatalog
6 Kommentare
Kommentar 6: W.W. schreibt am 07.10.2025, 20:40 Uhr :
Unsere hochschwangere Tochter wurde 2024 aus unserem Leben gerissen obwohl sie angeschnallt war. Sie stand im Stauende als ein Sprinterfahrer bei 120 km/h sein Handy an das Ladekabel stecken wollte.... Drei weitere Autos wurden dadurch zusammen geschoben. Nach 90 Metern kam der Sprinterfahrer erst zum Stehen. DAS IST KEIN KAVALIERSDELIKT. Die Strafen für dieses Vergehen sind viel zu gering, um abschreckend zu wirken. Die Aktionswoche ist schon mal ein Anfang und erregt Aufmerksamkeit. Zudem sollten die Fahrschulen sich in der Verantwortung sehen damit die angehenden VerkehrsteilnehmerInnen die Finger vom Handy lassen.
Kommentar 5: Franziska 1 schreibt am 06.10.2025, 18:02 Uhr :
Diese Aktion Handy weg beim lenken eines Verkehrsfahrzeug, auch beim Lkw und Fahrrad, hat den Sinn das Mal die Fahrer ihr Verhalten am Steuer überdenken. Gedankenlos wird von Fahrer am Steuer telefoniert, die Gefahr dabei wurde anscheinend wieder vergessen. Ich finde, es ist keine Kontroll- Schikane, es ist wichtig wieder daran erinnert zu werden. Wer die Kontrollen kritisiert, telefoniert er am Steuer? Es ist eine Sucht geworden immer erreichbar zu sein. Dabei ist es so einfach bei Gelegenheit zurück zurufen. Es ist sicherer für jeden, als ein Risiko einzugehen und evtl. Strafe zahlen. Wenn ein Beifahrer dabei ist, dann kann er den Anruf- Job leisten und das Handy übernehmen. Single im Auto haben halt schlichtweg Pech für wenige Minuten bis man Stopp machen kann.
Kommentar 4: Brigitta S. schreibt am 06.10.2025, 17:18 Uhr :
Eine europaweite Aktion der Kontrolle ob ein Handy am Ohr oder in der Hand sich befindet, mag Erfolge bringen bei der Kontrolle. Bei einer angemeldeten Aktionskontrolle, da wird jeder schon gewarnt sein und das Handy im Auto weglassen. Warum müssen Handybesitzer bei jedem „Pups vom Handy“ nachschauen wer anruft oder ein SMS schreibt, während einer Fahrt?. Das machen die Leute, die ohne Handy meinen sie könnten nicht mehr leben und tun sich diesen gefährlichen Stress beim Autofahren an. Sie werden abgelenkt und vergessen, wie schnell ein fremdes oder ihr eigenes Leben ausgelöscht werden kann. Nicht anhalten zu wollen bei passender Gelegenheit um zurückzurufen, dabei spielt jeder mit seinem eigenen Schicksal bei der Autofahrt. Was ich anzweifle, dass weniger Verkehrstote und Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen auf Europas Straßen erzeugt werden nach den Kontrollen. Ablenkung anderer Art sind genügend vorhanden im Auto, ich bin überzeugt die Fälle braucht man hier nicht auflisten.
Kommentar 3: M-64 schreibt am 06.10.2025, 16:27 Uhr :
Müsste viel öfter kontrolliert werden, was ich allerdings niemals verstehen werde, Arm ausstrecken, vielleicht sogar ein wenig nach vorne beugen und auf dem Display in der Mitte wisch und patsch machen ist nicht nur erlaubt, sondern oft sogar nötig. Das halte ich für mindestens genauso gefährlich, guckt euch mal als Beispiel die neuesten BMW an, da sind fast gar keine Tasten mehr verblieben, selbst den genialen Controller in der Mitte, mit dem man vieles auch ohne zu patschen machen konnte, hat man sich gespart.
Antwort von Bernd , geschrieben am 06.10.2025, 19:28 Uhr :
Der Trend mit dem reinen Touchdisplay ist nach harscher Kritik der Käufer rückläufig. Im neuen 1er Modell gibt es unter dem Display wieder physische Tasten für die wichtigsten Funktionen.
Kommentar 2: Simon schreibt am 06.10.2025, 15:52 Uhr :
Das hat natürlich alles seine Richtigkeit. Handy am Steuer ist nicht ok. Aber dieser 2 Sekunden Vergleich ist meiner Meinung nach ziemlich unnütz. Wenn ich im Auto die Klimaanlage oder einen Radiosender einstelle oder aus einer Flasche Wasser trinke, bin ich genau so lange, wenn nicht sogar noch länger abgelenkt. Da müsste man im Umkehrschluss nun alles verbieten, was einen Ablenken könnte. Heißt: ich müsste für jede Interaktion im/am Auto erst mal anhalten. Und sei es nur, um den Sender im Radio zu verstellen. Sehr fragwürdig. Vor 30 Jahren hätte das niemanden interessiert. Schon seltsam, dass man heutzutage den Menschen scheinbar alles erklären und verbieten muss. Es gab mal so etwas wie 'gesunden Menschenvestand'...
Antwort von Bernd , geschrieben am 06.10.2025, 17:33 Uhr :
… der gesunde Menschenverstand sagt aber auch, daß man nicht verdurstet, wenn man mit dem Schluck Wasser bis zur nächsten roten Ampel wartet. Sowas während der Fahrprüfung machen bedeutet, es gibt einen weiteren Versuch.
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 06.10.2025, 20:15 Uhr :
@Simon, Handbewegungen oder mit den Finger macht man schon routiniert um zu schalten, wenn man kein Neuling beim fahren ist. Das was ablenkt ist die Bedienung vom Handy und vom modernen Display. Wobei vieles zu vermeiden wäre, zum Bsp.: Vor der Fahrt das Navi, das Radio u.a. zu programmieren, nicht erst beim fahren. Die Musik-CD kann schon vorher eingelegt werden, trinken kann man bei einer öfteren Rast, wenn die Fahrt lange dauert. Vor 30 Jahren gab es wenig zu bedienen, da wusste keiner was an Luxus-Extra noch alles genau kommt ins Auto. Der gesunde Menschen -Verstand scheint sich in unserer Zeit etwas verflüchtet zu haben, sonst würde man so eine Kontrolle nicht ins Auge fassen. Leider ist es so, dass Regel und Vorschriften kommen müssen. Besser Sprechanlage!
Kommentar 1: M.W. schreibt am 06.10.2025, 15:45 Uhr :
Wo sollen denn die Kontrolleure herkommen?
Antwort von Bernd , geschrieben am 06.10.2025, 17:38 Uhr :
Die sind 24/7 immer da, Streifendienst eben. Verabreden sich z. B. für eine Stunde, in der sonst wenig los ist, an ergiebiger Stelle zwischen zwei Ampeln und los geht‘s. Da kommt richtig was bei rum!