Baden-Württemberg hat gewählt. Bei der Landtagswahl liegt der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir von den Grünen nach dem vorläufigem amtlichen Endergebnis vor seinem Konkurrenten Manuel Hagel von der CDU. Cem Özdemir könnte also Winfried Kretschmann beerben, der sich nach 15 Jahren im Amt in den Ruhestand verabschiedet. Laut dem dem vorläufigem amtlichen Endergebnis liegen die Grünen bei 30,2 Prozent und die CDU bei 29,7 Prozent.
"Anatolischer Schwabe" gibt sich bescheiden
Nach Bundestag, Europaparlament, Parteivorsitz und Ministeramt, sieht es so aus, dass das Grünen-Urgestein Özdemir nun also Ministerpräsident werden könnte. Der "anatolische Schwabe", wie er sich selbst nennt, wurde in Bad Urach, am Rande der Schwäbischen Alb geboren, seine Eltern kommen aus der Türkei. Mit dem neuen Amt wäre er der erste Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln.
"Wir haben viele Erwartungen geweckt. Es soll ums Landeswohl gehen, nicht um Parteiinteressen", sagte Cem Özdemir bei der Presskonferenz in Stuttgart. "Wir werden das Kapitel nicht alleine schreiben, sondern mit einem Koalitionspartner." Man habe gemeinsam Erfolge eingefahren.
"Alles bleibt anders"
"Alles bleibt anders", sagt Martin Florack, Politikwissenschaftler, Uni Duisburg-Essen, der sich in der WDR-Sendung Aktuelle Stunde nicht besonders überrascht über das Wahlergebnis zeigte.
"Die Grünen behalten das Amt des Ministerpräsidenten und stellen diese Ausnahmesituation auf Dauer". Für Kretschmann sei es damals schon eine Sensation gewesen, das Stammland der CDU zu erobern. "Cem Özdemir hat gesagt, ich probiere es nochmal mit einem bisschen anderen Ton." Die Ministerpräsidentenstrahlen seien sichtbar.
Betont bürgerlicher Wahlkampf
Lange lag der grüne Spitzenkandidat im Wahlkampf sogar hinter dem Konkurrenten der CDU. Seine Verfolgerstrategie: Möglich wenig Hinweise auf seine grüne Partei. Die Bundesgrünen nannte er im Wahlkampf sogar nur Schwesterpartei seiner Grünen in Baden-Württemberg. Sein Wahlkampf dann betont bürgerlich-konservativ.
Und wie blicken die Menschen in NRW auf den möglichen Sieger der Wahl? Der WDR hat sich mit dem vorläufigen Ergebnis der ersten Hochrechnung auf der Straße umgehört: "Wir haben so viele türkische Mitbürger hier, das finde ich ganz prima, dass sie auch vertreten werden", sagt eine Passantin in Köln. Vielleicht sei es seine Einstellung, mutmaßt ein anderer. "Die ist nicht radikal".
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 09.03.2026, 12:45 Uhr
Quellen:
- Studiogespräch mit Martin Florack in der Aktuellen Stunde vom 08.03.2026
- Interviews mit Passanten in Köln
- Nachrichtenagentur DPA
Kommentare zum Thema
Haben alle vergessen, dass die grünen auch für stuttgart 21 mit verantwortlich bei dem Zeitaufwand sind, sie können nichts fertig bringen, die kochen auch nur mit Wasser, es kostet alles viel Geld.
Alle haben vergessen, daß Özdemir auch schon die Staat beschissen hat, und dazu nur sagen konnte " ES WAR EINE ESELEI " Das haben alle grünen Wähler vergessen.
Seit Jahren geht es in Deutschland bergab und so manchem auch nicht zu Gut. Das die Grünen gewählt wurden wird so mancher in seiner Haushaltskasse noch spüren. Ich kann doch nicht die Grünen wählen wenn ein Bundesland wie BW von den Autozulieferer, KI und anderer Technologie lebt. Man merkt einfach das Denken nicht mehr alltäglich ist. Denken wird zu einem wertvollen Gut.