Viele Unfälle in Innenstädten: Unfallforscher fordern Veränderungen

Lokalzeit Münsterland 20.11.2025 02:35 Min. Verfügbar bis 20.11.2027 WDR Von Helen Erdbrügge

Viele Unfälle in Innenstädten: Unfallforscher fordern Veränderungen

Es gibt immer noch zu viele Unfälle in den Innenstädten. Das darf so nicht bleiben, sagen Forscher.

Von Markus Holtrichter

Ein Auto wird auf etwa 70 Stundenkilometer katapultiert. Der Wagen kollidiert frontal mit einer Säule vor einer Hauswand. Das Ergebnis: Ein völlig zerstörtes Unfallwrack. Reale Insassen wären wohl schwer verletzt worden.

Mit diesem Versuch auf einer Teststrecke in Münster wollen die Unfallforscher verdeutlichen: Auch innerorts werden Menschen schwer verletzt, sterben bei Verkehrsunfällen. Hier lauern spezielle Risiken. Hersteller und Gesetzgeber sollen gegensteuern, fordern die Forscher.

"Überraschend war für uns, dass die große Masse wirklich alleine verunfallt. Also ohne Unfallgegner." Kirstin Zeidler, Unfallforschung der Versicherer

Gefahren werden oft unterschätzt

Unfälle würden innerorts oft da passieren, wo nur wenig Verkehr sei, es nur eine lockere Wohnbebauung gebe, sagen die Forscher. Viele Fahrerinnen und Fahrer würden diese Bereiche falsch einschätzen, seien zu schnell oder abgelenkt unterwegs.

Gerade in der Dämmerung oder bei Nässe würden sie dann schnell die Kontrolle über ihr Auto verlieren.

Portrait von Unfallforscherin Kirstin Zeidler

Kirstin Zeidler, Unfallforschung der Versicherer

Vieles müsse sich verändern, sagen die Unfallforscher der Versicherer. "Wir brauchen Straßen, die uns zwingen, an kritischen Stellen langsam zu fahren.", sagt Kirstin Zeidler. Sie fordert zudem: Mehr Tempokontrollen und bessere technische Assistenzsysteme in den Autos, beispielsweise beim Halten der Fahrspur.

Freiwilliges Training für Senioren

Außerdem sollten ältere Fahrerinnen und Fahrer nicht scheuen, so genannte "Rückmeldefahrten" zu buchen. Beispielsweise könnten Fahrlehrer sie auf Nachlässigkeiten aufmerksam machen, die sich über Jahre eingeschlichen haben. Es gehe dabei aber nicht um Führerscheinentzug.

PKW mit einem Unfallschaden

Die Zahl der Unfälle mit schwer verletzten Menschen innerorts bleibt seit Jahren gleich

Die Forscher haben Unfälle der letzten zehn Jahre analysiert. Innerorts waren gut die Hälfte Allein-Unfälle. Es waren also nicht Kollisionen zwischen zwei Autos, stattdessen mit Masten, Zäunen, Hauswänden. Und der Anteil der tödlich verunglückten Menschen über 70 war auffällig hoch.

Münster: Unfallforscher fordern Veränderungen

WDR Studios NRW 20.11.2025 00:47 Min. Verfügbar bis 20.11.2027 WDR Online


Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Unfallforschung der Versicherer

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