Montagmorgen kurz vor acht am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Zwischen Düsseldorf und Köln geht fast nichts. Wegen Bauarbeiten ist die Strecke über Langenfeld gesperrt. Ersatzbusse fahren. Es ist der erste Härtetest für den Schienenersatzverkehr.
Heike Horal steht an der Haltestelle am Fernbusbahnhof in Düsseldorf, knapp 150 Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Sie wartet auf den Bus. Vor anderthalb Stunden ist sie in Hückelhoven Baal in den Zug gestiegen, um zur Arbeit nach Leverkusen zu fahren. Normalerweise dauert der Weg etwas mehr als eine Stunde. Aber heute braucht sie Geduld.
Pendelzeit verdoppelt
Heike Horal wartet an der Bushaltestelle.
Der Regionalexpress RE5, den sie normalerweise nimmt, fährt wegen der Streckensperrung nicht. Heute nimmt sie den Ersatzbus. "Jetzt dauert es zwei bis drei Stunden", sagt sie, "keine schöne Situation, für mich und meine Kollegen." Morgen wird sie wahrscheinlich mit dem Auto fahren. "Trotz der hohen Spritkosten", sagt sie und lächelt. Denn die Laune lässt sie sich nicht verderben.
Auch ihre Mitreisenden scheinen Kummer gewöhnt. Immerhin: Die Busse als "Schienenersatzverkehr" kommen ohne Verspätung im Zehn-Minuten-Takt. Insgesamt 31 Busse hat das Bahnunternehmen National-Express organisiert, um den Ausfall des RE5 zu kompensieren.
Und das reicht offenbar. Die Ersatzbusse sind nicht überfüllt. Die Fahrt sei ganz entspannt, berichten Reisende, die aus Köln nach Düsseldorf gefahren sind.
Die Bahn arbeitet an Gleisen, Weichen und Brücken.
Nötig ist die Streckensperrung, weil die Deutsche Bahn mehrere Bauarbeiten zwischen Düsseldorf und Köln gleichzeitig durchführt. Die Bahn arbeitet an Gleisen, Weichen und Brücken. Bis Freitag, 4. September, 21 Uhr, ist die gesamte Strecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hauptbahnhof gesperrt. Die Sperrung der S-Bahn-Strecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hauptbahnhof sogar bis zum 4. September.
Eben deshalb fahren die Busse. "Auf unserer Linie klappt es sehr gut", fasst Kaan Aydin zusammen, der den Schienenersatzverkehr organisiert hat, "es gab weder viel Stau noch Kapazitätsengpässe." Wahrscheinlich entlasten auch die Sommerferien, weil viele noch im Urlaub sind.
Pendler-Verkehr am Düsseldorfer Hauptbahnhof.
Voll ist es am Gleis des RE1. Der RRX dort ist der einzige Zug, der von Düsseldorf nach Köln fährt, er nimmt eine Umleitung über Neuss. Aber auch dieser Zug ist nicht ausgelastet. Betreiber National Express ist zufrieden. "Normalerweise nutzen Täglich 40 000 Menschen insgesamt den RE1 und den RE5", sagt Sprecherin Katharina Duric, "am Montag hat sich das sehr gut verteilt."
"Es ist ein bisschen verwirrend"
Überrascht werden aber trotzdem einige Reisende, wenn der Zug plötzlich in Düsseldorf nicht weiter fährt. Mike Bernhard ist gerade aus Großbritannien mit dem Flugzeug eingereist und wollte mit dem Zug nach Leverkusen. Jetzt steht er vor dem Hauptbahnhof und sucht nach einer Möglichkeit weiter zu kommen.
"Es ist ein bisschen verwirrend, wenn man sich nicht auskennt", sagt er. Aber ihm wird schnell geholfen. Viele Mitarbeiter der Bahn sind in pinken Westen unterwegs und sprechen Reisende an, die Hilfe brauchen.
Oder Reisende helfen sich auf eigene Faust weiter. So wie Susanne Meyer-Büser aus Köln. Normalerweise fährt sie von Köln-Mühlheim nach Düsseldorf 21 Minuten. Mit dem Bus dauert es jetzt 1 Stunde 20. Deshalb quartiert sie sich bei Freunden ein. "Ich werde diese Woche in Düsseldorf bleiben, weil mir der Pendelverkehr zu anstrengend ist."
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Deutsche Bahn
- National Express
- Reisende am Hauptbahnhof Düsseldorf
Sendung: WDR.de, Für Pendler "keine schöne Situation", 24.08.2026, 16:15 Uhr
