Ein Paar schaut sich die Aussicht in den Bergen an

Unfälle vermeiden: Worauf muss ich beim Wandern achten?

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Geht es im Urlaub zum Wandern in die Berge? Dann hilft eine gute Vorbereitung, Unfälle zu vermeiden. Was man alles wissen muss.

Faszination Wandern - bald beginnen die Sommerferien und viele Menschen aus NRW sind wieder in Bergregionen unterwegs. Wandern kann ein herrliches Naturerlebnis sein, aber auch eine lebensgefährliche Angelegenheit. Ein aktueller Fall: Am Dienstag ist eine deutsche Familie in den österreichischen Alpen in Not geraten und musste gerettet werden.

Frau lässt sich vor dem zweiten Gipfelkreuz auf der Zugspitze fotografieren

Fotomotiv: Indoor-Gipfelkreuz auf der Zugspitze

Um solche Situationen zu vermeiden, wurde in der vergangenen Woche ein zweites Gipfelkreuz für die Zugspitze aufgestellt. Der Grund: Neben dem Klettersteig zum eigentlichen Gipfelkreuz gähnt der Abgrund. Eine sichere Alternative steht nun im Inneren der Gipfelstation: Selfies mit dem Indoor-Kreuz können gefahrlos vor einer Foto-Tapete gemacht werden.

Wer lieber selbst in der Natur unterwegs ist, sollte seine Tour gut vorbereiten. Was ist dabei zu beachten? Hier sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Das hängt ganz davon ab, was geplant ist. Geht es ins Mittel- oder ins Hochgebirge? Geht es um eine Tagestour oder um mehrere Tage? Doch einige Grundregeln sollten alle Wanderinnen und Wanderer beherzigen.

  • Kleidung: Es gilt das Zwiebelprinzip. Weil sich die Witterung in den Bergen schnell ändern kann, trägt man am besten mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander. Dann kann man bei Hitze, Wind, Regen und Kälte entsprechend reagieren. Eine Kopfbedeckung ist ebenfalls wichtig.
  • Schuhe: Sie müssen unbedingt der Tour angepasst sein. Es müssen nicht immer Bergstiefel sein. Auch Trekking-Schuhe können ausreichen. Sie haben meistens Stollenprofilsohlen, sind aus Gore-Tex und umschließen den Knöchel. Sie können auf Wurzel- und Felspfaden, aber auch im Tiefland getragen werden.
  • Rucksack: Er sollte anatomisch geformt sein und gepolsterte Schultergurte haben. Für eine Tageswanderung genügt ein Fassungsvermögen von 30 Litern. Wer mehrere Tage unterwegs ist, braucht einen größeren Rucksack. Er sollte aber nicht schwerer als 15 bis 18 Kilogramm sein.

Was gehört in den Rucksack?

Das ist individuell verschieden. Nicht fehlen dürfen aber Regen- und Sonnenschutz. Wer wandert, muss auch genug trinken: Mitgenommen werden sollten mindestens ein Liter Flüssigkeit pro Person. Als Proviant eignen sich Brote, Obst und Gemüse.

Zudem gehört eine kleine Reiseapotheke in den Rucksack - mit Heft- und Blasenpflastern, einer Mullbinde, Jodtinktur und einer Pinzette. Wer Medikamente einnehmen muss, packt auch diese ein. Handy und Powerbank können in einem Notfall (Euro-Notruf 112) hilfreich sein. Handtuch, Taschenmesser und Taschenlampe ebenfalls.

Wanderkarten oder GPS-Navigationsgeräte unterstützen die Orientierung. Falls man vom Weg abkommt, liefern sie hilfreiche Dienste. In diesem Fall kann auch ein Kompass weiter helfen. Allerdings nur, wenn man vorher zu Hause geübt hat, damit umzugehen.

Wie fit muss ich fürs Bergwandern sein?

Das kommt auf die Art von Wanderung an, die man machen möchte. Der Deutsche Alpenverein hat dafür ein Online-Tool entwickelt, das die Selbsteinschätzung unterstützt. Mit diesem Test kann das persönliche Leistungsprofil in Sachen Kondition und Trittsicherheit bestimmt werden.

Das Ergebnis gibt individuell darüber Auskunft, ob man für einfache, mittelschwere oder schwere Bergwege geeignet ist. Angegeben wird auch, wie lange man auf einem solchen Weg unterwegs sein sollte: von bis zu zwei Stunden bis mehr als zehn Stunden.

Was ist beim Wandern mit Kindern wichtig?

"Kinder brauchen keine Gipfel", schreibt der Deutsche Alpenverein (DAV) auf seiner Internetseite. "Sie suchen stattdessen Abenteuer und Geheimnisvolles in den Bergen." Dazu gehöre das Entdecken von Pflanzen und Tieren. Außerdem lade Wasser immer wieder zum Spielen ein.

Ein Mann und zwei Kinder auf einer Aussichtsplattform in den  Bergen

Sorgt für Motivation: Kinderwünsche berücksichtigen

Die Touren sollten deshalb passend zu den Ideen und Wünschen der Kinder geplant werden. Dabei sei aber der Schwierigkeitsgrad der Bergwege unbedingt zu berücksichtigen. Am besten plane man flexibel, so der DAV. Auf diese Weise seien spontane Verlängerungen oder Verkürzungen der Wanderung möglich - je nach Laune, Wetter und Kondition.

Wichtig zu wissen: Die Zeitangaben auf Wegweisern entspricht laut DAV der Normalgehzeit für Erwachsene. "Als Faustformel für das Gehen mit Kindern gilt: 1,5 x Normalzeit für Erwachsene = ungefähre Gehzeit mit Kindern." Pausen sollten an ungefährlichen Plätzen stattfinden, an denen auch gespielt werden könne.

Worauf muss ich beim Wattwandern achten?

Fürs Wattwandern gelten andere Regeln als für das Wandern in den Bergen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) empfiehlt als Ausrüstung regenfeste Kleidung und passendes Schuhwerk wie zum Beispiel Leinensportschuhe. Auch ein Rucksack mit Ersatzkleidung biete sich an. Ebenfalls sollten Sonnenbrille, Sonnencreme, Kopfbedeckung, Trinkwasser und Proviant mitgenommen werden.

Zwei Männer wandern durch das Watt bei Ebbe

DLRG: "Nie alleine ins Watt"

Auch an der See kann es gefährlich werden: "Wer das Watt nicht kennt, gerät schnell in Lebensgefahr", warnt die DGzRS, die sich kurz "Die Seenotretter" nennt. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gibt verschiedene Hinweise, die dringend beachtet werden sollen. Dazu gehören die Regeln: "Gehen Sie nie alleine ins Watt" und "Vertrauen Sie sich einem kundigen Wattführer an."

Die DLRG rät, nicht mit Kindern unter sechs Jahren ins Watt zu gehen. Für Kinder bis acht Jahren kämen wiederum nur kleine Touren in Ufernähe infrage.

Wie viele Menschen wandern überhaupt?

Ganz schön viele! In der Bundesrepublik leben mehr als 83 Millionen Menschen, fast die Hälfte davon hat Wandererfahrung. Laut Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse gingen 2024 insgesamt rund 38,7 Millionen Personen (deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren) in ihrer Freizeit häufig oder ab und zu wandern.

Am meisten wandern zwar Menschen im Alter von 50 bis 59 Jahren (7,7 Millionen), aber auch bei den Jüngeren ist Wandern offenbar beliebt: Unter den 14- bis 19-Jährigen waren es 2024 immerhin rund 1,9 Millionen, unter den 20- bis 29-Jährigen sogar 4,3 Millionen.

Wandern in NRW: Der Rothaarsteig im Sauerland

WDR Studios NRW 11.07.2025 02:13 Min. Verfügbar bis 11.07.2027 WDR Online


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