Es gehe um Sicherheit im Straßenverkehr, überladende Lkw seien eine Unfallgefahr, sagt Stefan Schnorr, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Das ist der eine Grund, warum der Bund knapp sieben Millionen Euro investiert hat. Der andere Grund: Zu schwere Lkw sind verantwortlich für Straßen- und Brückenschäden. "Jetzt haben wir ein wirksames Instrument für gezielte und schnelle Kontrollen", erklärte der CDU-Politiker.
Höhere Strafen geplant
Schnorr betonte auch, dass der Bund an einen neuen Bußgeldkatalog arbeite. Spediteure sollen für überladende Lkw tiefer in die Tasche greifen. Die Daten der neuen Anlage können auch vor Gericht verwertet werden, führt Christian Hoffmann, Präsident des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM) aus.
Die Autobahn 4 ist eine bedeutende Transitstrecke. Täglich wird sie von tausenden Lkw genutzt, die von den Häfen Antwerpen und Rotterdam kommen. "Mit der neuen Kontrollstelle sorgen wir für Wettbewerbsgerechtigkeit, Verstöße werden systematisch aufgedeckt", sagt Hoffmann.
Kontrolle im fließenden Verkehr
Bereits im fließenden Verkehr können Verstöße entdeckt werden: Im Asphalt sind Sensoren verbaut, die Achslasten und Gesamtgewicht der Fahrzeuge kontrollieren. Auffällige Fahrzeuge werden mit Hilfe von Digitaltafeln zur Kontrollstelle geleitet. Dann folgt die Überfahrt über eine Wiegespur. "Und dieses Wiegen ist gerichtsfest", so Hoffmann von BALM. Bei groben Verstößen wird der Lkw schon vor Ort stillgelegt. Auch das Ab- beziehungsweise Umladen von Frachtgut kann angeordnet werden.
Güterverkehr wird zunehmen
Auch wenn man bemüht sei, mehr Güter auf die Schiene zu bekommen, so Staatssekretär Schnorr, werde der Güterverkehr auf der Straße weiter zunehmen. Bis 2050 rechnet das Bundesverkehrsministerium mit einer Zunahmen von knapp 50 Prozent. Die Kontrollstelle auf der Autobahn 4 bei Düren ist die erster ihrer Art in Deutschland. In den kommenden Jahren werden weitere 15 Kontrollstellen bundesweit gebaut.
Waagen gegen überladene LKWs
WDR. 30.07.2026. 00:43 Min.. Verfügbar bis 29.07.2028.
Unsere Quellen:
- Interview Staatssekretär Schnorr
- Interview BALM-Präsident Hoffmann
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Aachen, Eifel und die Euregio, 30.07.2026, 16:30 Uhr