Mit einem leichten Bauchplatscher springt die siebenjährige Zoey ins Becken, hält sich an einer grünen Poolnudel fest und schwimmt los. Inzwischen schafft sie neben einer DLRG-Trainerin schon eine ganze Bahn. Nur ein paar Meter neben ihr taucht gerade der sechsjährige Felix nach bunten Ringen. "Das macht einfach noch mehr Spaß als schwimmen", ruft er leicht aus der Puste, als er wieder auftaucht.
Zu Beginn des Kurses vor zwei Wochen sah das alles noch anders aus. Da konnten sich die meisten der zwölf Kinder des Anfängerkurses in Bad Münstereifel kaum über Wasser halten. "Als ich versucht habe zu schwimmen, bin ich untergegangen", erzählt Zoey.
So geht es vielen Kindern, erklärt Schwimmtrainerin Luisa Siebel. "Früher war es ganz normal, dass die Kinder mit fünf, sechs bei uns in den Kursen angefangen haben. Heute sind die schnell mal acht, neun, wenn sie überhaupt anfangen."
Viele Kinder haben keinen Zugang zu Schwimmkursen
Um das zu ändern, hat der Kreissportbund Euskirchen das Schwimmprojekt "Kleine Wellen - Große Schwimmer" ins Leben gerufen. Mit den kostenlosen Kursen für Anfänger- und Fortgeschrittene wollen sie nicht nur lange Wartelisten bei Schwimmkursen entzerren. Das Ziel ist es auch, mehr Kindern überhaupt einen Zugang zum Schwimmen zu ermöglichen.
"Wir haben auch Familien, die es sich finanziell nicht leisten können in einen kommerziellen Schwimmkurs zu gehen. Und Familien, die es im normalen Alltag einfach logistisch nicht schaffen, ihre Kinder zum Schwimmkurs zu bringen." Martin Sommer, Kreissportbund Euskirchen
Kursplätze nach nur 2 Tagen ausgebucht
Ein paar der 200 Plätze sind daher extra für Kinder mit Behinderungen, Fluchterfahrung oder aus einkommensschwachen Familien reserviert. Neben dem Eifelbad in Bad Münstereifel finden die zehntägigen Kurse auch in Euskirchen, Satzvey und Nettersheim statt. "Dank regionaler Unterstützer sind alle Kurse kostenlos - und waren nach nur zwei Tagen ausgebucht", erklärt Sommer.
Bei den Kursen steht aber nicht nur das Schwimmen im Vordergrund. "Wir wollen vor allem, dass die Kinder lernen, sich im Wasser wohlzufühlen", erklärt Siebel. So dürfen die Kinder auch spielen und zum Beispiel alle zusammen auf einer großen Matte über das Wasser fahren. Auch wenn auf dem Weg der ein oder andere lachend ins Wasser fällt.
Viele Angebote im Kreis Euskirchen, doch die Plätze sind knapp
Das Projekt läuft nur in den ersten beiden Sommerferienwochen. Wer im Kreis Euskirchen sonst nach Schwimmkursen sucht, muss oft mit Wartezeiten von bis zu zwei Jahren rechnen.
Martin Sommer erklärt, dass es aber zumindest viele verschiedene Anbieter gibt, bei denen man es versuchen kann: "In den DLRG-Ortsgruppen, bei Schwimmvereinen oder privaten Schwimmschulen. Und teilweise bieten Bäder auch selbst Kurse an."
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- WDR-Gespräch mit Kindern beim Schwimmkurs
- WDR-Gespräch mit Luisa Siebel
- WDR-Gespräch mit Martin Sommer
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 31.07.2026, 19:30