Es riecht nach frischem Heu, überall hört man leises Gemurmel. Nur ab und zu ein "Oh!" und "Ah!", wenn eine Sternschnuppe über den Nachthimmel flitzt. Auf dem Rasen der Sternwarte im Nationalpark Eifel sind 200 Menschen, um das Naturschauspiel zu bestaunen.
Sie liegen auf Isomatten, Luftmatratzen, dazwischen stehen Fotografen, die die Perseiden einfangen wollen. Eine davon ist Silvia Will. Die Duisburger Naturfotografin ist extra in die Eifel gereist, weil die Lichtverschmutzung hier am geringsten ist. Für ihren Beruf reiste sie nach Südafrika, Indien, Island - und dort lernte sie die Sterne und Sternen-Fotos lieben.
Geringe Lichtverschmutzung im Nationalpark Eifel
Silvia Will an ihrer Kamera
Bildquelle: WDR/ Stefanie RheinDie Perseiden lässt sie sich von Astronom Harald Badenhagen erklären. Er ist Gründer der Astronomiewerkstatt "Sterne ohne Grenzen" im Nationalpark. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist der Höhepunkt der Sternschnuppennächte.
Seit er sieben Jahre alt ist, erzählt er uns, liebt er die Sterne. Immer hat er in seine unterschiedlichen Berufe das Thema Sterne eingebaut. Jetzt widmet er sich mit 67 voll und ganz dem Kosmos.
Für den klaren Blick ist wenig Lichtverschmutzung wichtig, dafür setzt er sich in den Kommunen in der Eifel ein. Das ist eines von weiteren wichtigen Zielen, um unseren Planeten zu erhalten.
"Mit Blick auf den Kosmos wird einem immer wieder klar: Wir haben nur diesen winzigen Fleck, wo wir nicht innerhalb von Sekunden verglühen oder erfrieren. Den müssen wir erhalten!" So erzählt er es auch den über 200 Menschen vor Ort, wie wichtig jeder Schritt ist, den wir auf diesem Planeten tun.
Sternschnuppen sind Staub des Kometen "Swift-Tuttle"
Für einen klaren Blick braucht es möglichst wenig Lichtverschmutzung
Bildquelle: Marco A. LudwigDie Sternschnuppen stammen vom Kometen "Swift-Tuttle". Jedes Jahr kreuzt unser Planet auf seinem Weg um die Sonne zwischen Juli und August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet "Swift-Tuttle" auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückließ.
"Es macht sehr viel Freude, Harald Badenhagen zuzuhören", sagt Silvia Will. Die Fotografin ist zum dritten Mal hier und freut sich jedes Mal über neue Erkenntnisse - und vor allem viele Gleichgesinnte.
Erfüllen Sternschnuppen Wünsche?
Woher kommt aber nun der Glaube, dass man sich etwas wünschen darf, wenn man Sternschnuppen sieht? Laurentiustränen - so hießen die Sternschnuppen nach einer Schlacht im römischen Reich. In vielen Kulturen auf der Welt gelten die Sternschnuppen als Glücksbringer oder Tränen der Götter. Man darf sich während einer Sternschnuppe etwas wünschen.
Über 20 Sternschnuppen haben einige bereits gesehen. Der Fast-Vollmond trübt ein wenig die Sicht auf den Perseiden-Regen. Doch im kommenden Jahr soll Anfang August Neumond sein. Dann wird Silvia Will mit Sicherheit wieder in die Eifel reisen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- Gespräch mit Silvia Will
- Gespräch mit Harald Badenhagen