Schüler aus Aachen laufen den Eifelsteig
WDR. 04:04 Min.. Verfügbar bis 07.07.2028.
Tag 1: 14-Kilo-Rucksäcke
Auf den Rücken der Schülerinnen und Schüler türmen sich die riesigen Backpacker-Rucksäcke. Zwischen acht und vierzehn Kilogramm sind sie schwer. Manche wirken beinahe so groß wie ihre Träger selbst – als könnten sie die Jugendlichen im nächsten Moment rückwärts in Richtung des Betons reißen. 36 Schüler des Dalton Gymnasiums Alsdorf zählen die vier Lehrer am Montagmittag in Kornelimünster auf dem Marktplatz.
Für sie alle geht es gleich im Rahmen ihrer Projektwoche darum, Grenzen zu erfahren in der Eifel - vier Tage lang, knapp über 70 Kilometer. Aus manchen der Taschen ragen Isomatten hervor, Karabiner klirren leise, Trinkflaschen baumeln an den Gurten. Schlafsack, Wechselkleidung, Kulturbeutel und Proviant – alles, was sie für die nächsten Zeit brauchen, tragen sie selbst. Nur die Zelte müssen nicht geschleppt werden: Sie werden mit dem Auto transportiert.
Schülerinnen und Schüler gehen körperlich und mental an die Grenzen
Am Anfang ihres Wanderabenteuers sind alle gut drauf, lachen und freuen sich auf das, was kurz bevorsteht. Wenige von den 14- bis 18-Jährigen sind vorher schon so lange Routen gewandert, heute stehen 14 Kilometer an, es geht von Kornelimünster bis Roetgen. Die erste Etappe des Eifelsteigs ist die kürzeste. "Wir sind gespannt, wie sehr die Schüler an ihre Grenze kommen auf den vier Etappen, körperlich und mental", sagt Lehrer Stefan Rogge.
Es ist ein schweißtreibender Aufstieg für die Schüler auf dem Eifelsteig.
Schon nach den ersten Kilometern wird den Jugendlichen klar, wie anstrengend das Wandern in der Eifel werden kann. Einigen läuft der Schweiß schnell von der Stirn. Der Rucksack drückt auf die Schultern. Insgesamt 300 Höhenmeter müssen sie mit dem Gepäck schaffen. "Puh, mein Kreislauf", die 14-jährige Clara Brosien ist froh, dass sie kurz eine Pause machen.
"Das Bergauf-Laufen ist echt anstrengend mit dem schweren Rucksack!" Clara Brosien, Schülerin am Daltongymnasium
Es geht weiter durch Wälder und auf Holzstegen durchs Hochmoor Struffelt Heide. Die Sonne prallt auf die Gruppe und bei 27 Grad wird es auf Dauer immer heißer und schwitziger. Die 14-jährige Elona Duraku kommt ins Zweifeln: "Ich weiß nicht, ob ich das vier Tage lang durchhalte. Die anderen Eifelsteig-Etappen werden ja noch länger sein!"
Anstrengender Eifelsteig: Endlich die Füße hochlegen
Nach fünf Stunden haben die Schülerinnen und Schüler ihr erstes Ziel erreicht: den Sportplatz in Roetgen. Die meisten können wieder lachen und sind erleichtert. Einem Mädchen aber geht es so schlecht, dass sie abgeholt werden muss.
Elona und Clara freuen sich auf die Nacht unterm Zeltdach.
Für die anderen heißt es jetzt: Zelte aufbauen. Das haben sie einmal in der Schule geübt. Der starke Wind heute erschwert es und bläst immer wieder gegen die Planen. Müde aber glücklich legen sich die Schüler dann auf ihre Isomatten. Die meisten wollten früh schlafen gehen. Und dann geht es wieder los: Heute liegen 17 Kilometer vor ihnen, von Roetgen nach Monschau. Mal abwarten, wie schwer die zweite Etappe wird und ob alle durchhalten...
Tag 2: Kein Essen, keine Dusche
Die beiden Schüler Helena Gehring und Theo Gottspenn geben Einblicke in den zweiten Tag ihres kleinen Abenteuers in der Eifel:
Am 7. Juli 2026 ging unsere Wanderung weiter. Im Vergleich zum ersten Tag waren viele von uns noch müde, und auch die Muskeln haben sich vom Vortag noch nicht ganz erholt. Außerdem war die Strecke länger als erwartet, was den Tag zusätzlich anstrengend machte.
Auch die Versorgung war eine Herausforderung. Da es keinen Supermarkt in der Nähe gab, war es nicht einfach, an Essen zu kommen. Hinzu kam, dass es weder Duschen noch sauberes Trinkwasser am Campingplatz gab.
Theo und Helena rasten vor ihren Zeltern auf dem Eifelsteig.
Trotz allem blieb die Stimmung gut. Während der Wanderung sorgte Musik für Motivation und gute Laune. Am Campingplatz konnten wir unsere Füße in der Rur abkühlen, was nach der langen Etappe für eine super Erfrischung sorgte. Insgesamt war der zweite Tag zwar anstrengender als der erste, aber als Gruppe haben wir auch diese Etappe gemeinsam geschafft.
Tag 3: Ausgelassene Stimmung trotz Anstrengung
Auch am dritten Tag der Schülerwanderung berichten wieder die beiden Klassenkameraden Helena Gehring und Theo Gottspenn von ihren Erlebnissen:
8.7.2026: Am dritten Tag unserer Eifelsteig-Wanderung war nicht die Länge der Strecke die Herausforderung, sondern viel mehr die Gestaltung des Weges. Es standen sehr viele Höhenmeter auf dem Programm. Die ständigen An- und Abstiege waren anstrengend und machten sich langsam bemerkbar. Dazu kamen Blasen und andere Beschwerden von den vergangenen Tagen.
Auf ihre Wanderung legen die Jugendlichen nicht nur einige Kilometer, sondern auch Höhenmeter zurück.
Umso schöner war es, am Abend auf einem sehr schönen Campingplatz anzukommen. Nach einem Tag ohne Dusche war die Erfrischung besonders angenehm. Trotz der zunehmenden Müdigkeit bei einigen war die Stimmung in der Gruppe weiterhin sehr gut.
Unsere Quellen:
- Gespräche mit Schülern und Lehrern des Dalton Gymnasiums
- Tagesberichte der wandernden Schüler
Sendung: WDR.de, Alsdorfer Gymnasium startet Wanderprojekt in der Eifel, 06.07.2026, 5:02 Uhr
