Mehrere Woche zu Fuß unterwegs sein, den Alltag verlassen und das Innere finden. Für viele Menschen die Gründe, auf einem der Jakobswege zu pilgern. Bei Rita Cremer war das anders: Eine schwere Krankheit führte sie auf die Reise. 1994 war das. Nachdem sie vollständig genesen war, entstand bei ihr der Wunsch zu pilgern.
"1999 bin ich dann aus Dankbarkeit auf den Weg gegangen. Und dabei hat es mich richtig ergriffen. Und seitdem bin ich mit Herz und Seele Pilgerin." Rita Cremer, Pilgerin und Pilgerberaterin
Immer wieder ist die heute 85-Jährige in Spanien auf dem Jakobsweg unterwegs gewesen - und hat dabei tausende Kilometer zurückgelegt. Und sie hat sich auch entschlossen, anderen Pilgern zu helfen. Sie arbeitet im Umfeld der Jakobskirche in Aachen ehrenamtlich als Pilgerberaterin. Dabei unterstützt sie anderen Menschen, die sich auf den Weg machen wollen, gibt Tipps, zum Beispiel was man mitnehmen sollte und wo man eine Unterkunft finden kann.
Umfassende Beratung von Pilgern in Aachen
An jedem 1. im Monat bietet die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft im Jakobushaus in Aachen Beratung für Pilger an. Auch Cremer ist regelmäßig dabei.
"Alle, die hier in Aachen beraten, die waren selbst auf diesem Weg. Sie haben dabei viel erlebt und können davon erzählen." Rita Cremer, Pilgerberaterin
Und Cremer unterstützt das Wandern auf dem Jakobsweg auch auf andere Weise: Sie lässt regelmäßig Pilgerinnen bei sich übernachten. Ganz hat sie die Wanderstiefel aber auch mit 85 Jahren noch nicht in den Schrank gestellt, die Pilgerleidenschaft ist immer noch da. Sie denkt darüber nach, demnächst vielleicht auch wieder auf dem Jakobsweg in Spanien zu wandern.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Rita Cremer, Pilgerberaterin in Aachen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 06.08.2026, 19:30 Uhr