Regenbogentreppe an Aachener Gesamtschule sorgt für Umwege und Debatte

Bildquelle: Sophia Naim/ WDR

Lokalzeit aus Aachen 07.11.2025 03:06 Min. Verfügbar bis 07.11.2027 WDR Von Sophia Naim

Regenbogentreppe an Aachener Gesamtschule sorgt für Umwege und Debatte

Stand:

Die Treppe am Haupteingang der Gesamtschule Aachen-Brand ist seit kurzem bunt. Einige gehen seitdem lieber Umwege.

Von Sophia Naim

Die Idee zur Regenbogentreppe kam von der Vielfalt-AG der Gesamtschule Aachen-Brand, die sich für queere Schüler einsetzt. Egal ob schwul, lesbisch oder transsexuell - hier sind alle willkommen, deswegen nennt sich die AG auch "All inclusive“.

Die Regenbogentreppe ist für die queeren Schüler hier ein wichtiges Symbol: Ja, ihr gehört dazu und ihr seid willkommen Lina Rosskamp, Schülerin

Begeistert von der Regenbogentreppe sind aber nicht alle Mitschüler.

Treppe bewusst gemieden

Manche meiden die Treppe jetzt bewusst und gehen lieber einen Umweg zu den Klassenräumen. "Dass Einige sich da so empören, zeigt, dass es immer noch ein Problem ist. Wir müssen über sexuelle Vielfalt einfach weiter im Gespräch bleiben", findet Jil Kelmes, die auch in der AG mitmacht.

Erfahrung mit Queerfeindlichkeit

Die Schülerinnen und Schüler der AG haben oft selber Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit gemacht. Blöde Sprüche gehören zum Alltag, meinen sie. Ein Erlebnis war grenzwertig: "Als wir in der Mittelstufe waren und mit einer Regenbogenflagge über den Schulhof gelaufen sind, wurden wir mal mit Kakao-Trinkpäckchen und Steinen beworfen," erinnert sich Kira Walter, der sich auch in der AG engagiert.

Schule der Vielfalt als Prozess

Erst dachte die Lehrerin, die die AG unterstützt, dass sie nur eine kleine Treppe in einer Ecke zur Regenbogentreppe zu machen würden, aber jetzt sind alle Beteiligen stolz, dass sie so auffällig geworden ist. Alle Mitschülerinnen und Mitschüler aber noch lange nicht.

Die Gesamtschule trägt seit zweieinhalb Jahren das Siegel "Schule der Vielfalt". "Da ist es für uns selbstverständlich so einem Wunsch der Schüler nachzukommen," erklärt Schulleiter Andreas Lux, "auch wenn klar ist, dass wir nicht jeden damit erreichen werden. Es bliebt ein Prozess."

Die "All inclusive"- AG plant noch mehr Aktionen an der Schule, um allen queeren Jugendlichen zu zeigen, dass sie sich nicht verstecken müssen und gut sind, wie sie sind.

Unsere Quellen:

  • Reporterin vor Ort
  • Gespräche mit Schülern und Schülerinnen der Gesamtschule Aachen-Brand
  • Gespräche mit Lehrerinnen und Lehrern der Gesamtschule Aachen-Brand
  • Gespräch mit dem Schulleiter der Gesamtschule Aachen-Brand, Andreas Lux

Weitere Beiträge aus der Städteregion Aachen

1 / 2