Die Polizei des Rhein-Erft-Kreises und das RWE haben es bestätigt: Das Manheimer Sündenwäldchen ist nun vollständig geräumt und gerodet worden. Die gefällten Bäume werden bald abtransportiert. Danach wird RWE das Gelände nach Blindgängern aus dem zweiten Weltkrieg absuchen lassen.
Polizei weiterhin mit Einsatzkräften vor Ort
Die Polizei ist auch heute noch mit vielen Einsatzkräften vor Ort, um zu verhindern, dass das Gelände betreten wird. Sie soll das Gelände auch in den kommenden Tagen sichern.
Es gibt weiterhin Protest gegen die Rodung, aktuell etwa vor dem Polizeipräsidium in Bergheim. Umweltaktivisten haben hier ein Zelt aufgebaut, eine Versammlung angemeldet. Sie nennen es Mahnwache. Denn vier der Besetzer des Manheimer Sündenwäldchens befinden sich in Polizei-Gewahrsam, weil ihre Personalien bislang noch nicht festgestellt werden konnten.
Start des Einsatzes bereits am Dienstagvormittag
Schon gestern (18.11.) hatte die Polizei damit begonnen, die insgesamt 16 Aktivisten aus dem Wald zu holen. Dazu waren mobile Hebebühnen im Einsatz.
Aktivisten leisten keinen Widerstand
Bis zuletzt verlief die Räumung friedlich, die Aktivisten leisteten keinen Widerstand, als sie den Wald verlassen mussten. Die Beamten nahmen von zwölf von ihnen die Personalien auf. RWE will Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gegen sie erstatten.
Einsatzkräfte aus ganz NRW vor Ort
Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei waren am Dienstag vor Ort. Sie waren aus ganz NRW ins Rheinische Revier gerufen worden. Eine Polizeisprecherin sagte, dass die Beamten zunächst die Mitarbeitenden von RWE abgesichert hatten, die am Dienstag das umstrittene Sündenwäldchen abholzen wollten. Zudem riegelte die Polizei das Waldstück ab.
Die Stadt Kerpen hatte dort vor einigen Wochen auf Wunsch von RWE ein Betretungs- und Aufenthaltsverbot verhängt und mit einer Räumung gedroht, sollten die Demonstranten das Sündenwäldchen nicht freiwillig verlassen.
Sündenwäldchen seit über einem Jahr besetzt
RWE und Polizei hatten zunächst gehofft, dass die Umweltaktivisten freiwillig ihre Baumhäuser verlassen. Viele der Holzkonstruktionen sind in den vergangenen Wochen vom Sturm beschädigt worden. Die Waldbesetzer demonstrieren jedoch mittlerweile seit über einem Jahr gegen die Rodung der Bäume.
RWE will in Höhe des ehemaligen Kerpener Ortsteils Manheim Sand und Kies für die Böschungen des geplanten Hambacher Sees abgraben.
Räumung des besetzten Waldstücks am Tagebau Hambach beendet
Bildquelle: Stephan Pesch / WDRWDR Studios NRW. 19.11.2025. 00:42 Min.. Verfügbar bis 19.11.2027. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Polizei Rhein-Erft-Kreis
- Stadt Kerpen
- RWE
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Über dieses Thema berichtet der WDR am 19.11.2025 auch im Radio auf WDR2 in den Lokalnachrichten um 11:30 Uhr und im WDR-Fernsehen: Lokalzeit aus Köln, 19:30 Uhr.
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Kommentare zum Thema
Da wird für ein Brachfläche, eine vergewaltigte Landschaft, ein intaktes Naturgrundtück nieder gemetzelt...Ich kann es nicht fassen. Was sind das für Leute die sowas entscheiden....?
Endlich kann unser Rodelhügel wieder benutzt werden.
Man hätte diesen Abenteuerspielplatz für adulte saturierte Wohlstandsblagen schon viel früher abräumen müssen.