Schloss Hardenberg in Velbert: Wiederaufbau bis 2028 scheint möglich
Lokalzeit Bergisches Land. 24.11.2025. 02:35 Min.. Verfügbar bis 24.11.2027. WDR. Von Lutz Polanz.
Schloss Hardenberg in Velbert: Wiederaufbau bis 2028 scheint möglich
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Nach dem Dachstuhlbrand am Freitag auf Schloss Hardenberg in Velbert steht fest: Der Rest des Gebäudes ist nicht einsturzgefährdet. Seit Sonntag ist auch der Feuerwehr-Einsatz beendet. Ein Wiederaufbau ist laut Bürgermeister geplant und finanziell möglich.
Am Montagmorgen konnten nun auch Sachverständige der Stadt die guten Nachrichten bestätigen: Die Zwischendecken seien im Wesentlichen standfähig und tragfähig und der Schaden damit nicht ganz so gewaltig.
Eingestürztes Dach wird abgetragen
Die Folgen des Brandes sind zwar laut Stadt schwer einzuschätzen. Ein Wiederaufbau sei aber möglich. Der Brand habe die Bauarbeiten am Gebäude um etwa zwei Jahre zurückgeworfen. Sie rechnet derzeit mit einer Fertigstellung im Jahr 2028.
Wiederaufbau finanziell möglich
Eine weitere positive Nachricht: das Gebäude sei versichert. Bürgermeister Dirk Lukrafka rechnet nicht mit finanziellen Problemen beim Aufbau.
Zahlreiche Bürger hatten sich außerdem schon jetzt bei der Stadt gemeldet, und ihre Spendenbereitschaft bekundet. Die Stadt will nun überlegen, wie sie die Bürger an Wiederaufbau beteiligen kann.
Feuerwehr- und THW-Einsatz beendet
Seit Sonntagnachmittag sind Feuerwehr und THW abgerückt. Vorher hatten sie noch Schutt aus der Dachstuhlruine sowie einen freistehenden Kamin abgetragen. Gleichzeitig hatten Experten die Statik der Zwischendecken des historischen Bauwerks überprüft. Das Ergebnis: Sie sind nicht einsturzgefährdet. Zweieinhalb Tage lang waren Feuerwehr und THW im Einsatz.
Schloss Hardenberg nach dem Brand
Der Schaden ist nach dem Brand am frühen Freitagmorgen im Schloss Hardenberg in Velbert-Neviges immens. Der gesamte Dachstuhl stand laut Feuerwehr in Vollbrand, das Dach ist fast komplett eingestürzt. Bereits während der Löscharbeiten hat die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und einen externen Brandsachverständigen eingeschaltet.
Bislang ist völlig unklar, wie und warum das Feuer ausgebrochen ist - es werde in alle Richtungen ermittelt, heißt es. Der Schaden am Schloss soll nach ersten Schätzungen jedoch bei mehr als zehn Millionen Euro liegen.
Bis Samstagmorgen war die Feuerwehr noch damit beschäftigt, Glutnester zu löschen. Danach wurde damit begonnen, den Dachstuhl abzutragen. Dafür ist ein Spezialkran aus Mülheim zum Brandort gebracht worden.
Gebäude soll vor Witterung geschützt werden
Jörg Ostermann, Baudezernent der Stadt Velbert, sagte am Samstag, dass es Montag weitere Begehungen von Statikern, Gutachtern und dem Versicherer geben werde, damit die Arbeiten im Gebäude losgehen können. Dann werde sich genau zeigen, welche Bereiche betreten werden können und welche Schutzausrüstung dafür nötig wird.
"Die historische Bausubstanz ist zu 90 Prozent erhalten geblieben." Jörg Ostermann, Baudezernent der Stadt Velbert
Ostermann gab sich im WDR-Interview hoffnungsvoll: "Wir werden versuchen, das Gebäude zu schützen, indem wir mit einem Traggerüst ein Dach über das Gebäude ziehen, um es dann vor Witterung zu schützen. Die soll ja in der nächsten Zeit auch nicht besser werden - Regen und Schnee sollen nicht in das Gebäude eindringen, das ist erstmal ganz wichtig. Außerdem müssen wir Bauheizungen in Betrieb nehmen, damit das Gebäude austrocknen kann."
Feuerwehr: Einsatzkräfte als Velberter selbst sehr betroffen
Die Feuerwehr arbeitete die bestehenden Brandschutzkonzepte ab. Verletzt wurde niemand, es war auch niemand im Gebäude. Zwischenzeitlich waren am Freitag etwa 80 Feuerwehrleute, auch aus den Nachbarstädten, im Einsatz.
"Die Einsatzkräfte sind sehr betroffen, wir sind zum großen Teil selbst Nevigeser, das ist für uns selbst ein herber Verlust." Marcel Borowski, Feuerwehr Velbert
Die Feuerwehr wurde am Freitagmorgen gegen 04:30 Uhr alarmiert, nachdem eine Polizeistreife Feuerschein im Schlossgebäude entdeckt hatte. Die Wasserversorgung für die massiven Löscharbeiten wurde über einen nahegelegenen Teich, einen Bach und Hydranten sichergestellt. Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Feuerwehr die Warn-App NINA ausgelöst. Die Warnung galt für Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath wegen Geruchsbelästigung.
Velbert: Schloss Hardenberg nach Brand schwer beschädigt
In Velbert brannte das barocke Wasserschloss Hardenberg im Stadtteil Neviges. Es ist unklar, ob es gerettet werden kann.
Das Schloss Hardenberg ist ein ehemaliges Wasserschloss, in seiner jetzigen Form aus dem 17. Jahrhundert und das älteste kulturell genutzte Baudenkmal im Kreis Mettmann. Ihre Ursprünge hat die Anlage im 15. Jahrhundert, erstmals erwähnt wurde es bereits im 14. Jahrhundert.
Seit 2023 finden Bauarbeiten am Schloss statt. Die Schlossanlage sollte zu einem "Umwelt- und Erlebniszentrum" ausgeweitet und umgebaut werden, wie die Stadt es nennt.
Dazu gehören eine Sanierung des Schlosses und eine Umgestaltung des Geländes. In die Sanierung sind bislang bereits 6 Millionen Euro geflossen, man war schon bei den Malerarbeiten angelangt. Der Eröffnungstermin war für den 3. Oktober 2026 angesetzt. Ein neuer Termin rückt jetzt erstmal in weite Ferne.
Für die Stadt sei das Schloss ein enorm wichtiger Teil der Stadtgeschichte, wird Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka in einer Pressemitteilung zitiert. Und weiter:
Wir werden alle Energie bündeln, das historische Ensemble wieder komplett herzustellen. Dirk Lukrafka (CDU), Bürgermeister Stadt Velbert
Bürgermeister Dirk Lukrafka: Wir wollten in rund einem Jahr eröffnen
00:47 Min.. Verfügbar bis 21.11.2027.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Velbert
- Stadt Velbert
- Reporter vor Ort