Eine Zucchini nach der anderen schneidet Marc Berger auf seinem Gemüsefeld in Wipperfürth ab und legt sie behutsam in einen großen Eimer. Über 600 Pflanzen hat der 39-Jährige Ende Mai gesetzt und daraus werden diesen Sommer locker 35.000 Zucchinis.
Täglich werden 250 bis 350 Kilo Zucchinis geerntet
Bei den aktuellen Temperaturen und der vielen Sonne füllt Marc fast jeden Abend große Kisten mit 250 bis 350 Kilo grüner Beute. Die Ernte dauert rund eine Stunde - je nachdem, wie viele Erntehelfer mit anpacken.
"Das ist schon eine Menge Arbeit. Aber ich möchte einfach was Gutes tun und mache das alles, um die Zucchinis zu spenden - an Tafeln, Speisekammern und Lebensmittelretter in der Umgebung." Marc Berger, Hobby-Landwirt
Vom Elektriker zum Hobby-Landwirt
Marc ist gelernter Elektriker. Aber als Hobby-Landwirt hat er schon immer Gemüse gezogen. Was zu viel war, hat er weiterverschenkt. Und weil er auf einem Hof lebt und viel Platz hat, kam ihm irgendwann die Idee, mehr anzubauen.
Von Jahr zu Jahr hat Marc mehr gepflanzt und so sind es Mitte Juli schon über zwei Tonnen geworden, die er weitergeben konnte. Dabei geht die Hochsaison jetzt erst richtig los und dauert noch bis in den September rein.
Zucchinis gehen an Tafeln, Speisekammern und soziale Einrichtungen
Über die Jahre hat Marc sich mit Tafeln, Speisekammern und andere soziale Einrichtungen vernetzt - die meisten im Oberbergischen Kreis, zum Teil aber auch Richtung Rheinland und Ruhr. Manchmal fährt er selbst los und verteilt die Zucchinis kistenweise.
Manchmal kommen die Abnehmer auch zum Hof und holen die Kisten selbst ab - so wie Irmtraud Ciccotto von der Speisekammer Lindlar. Warum ausgerechnet Zucchinis das Gemüse der Wahl geworden sind? Weil sie sehr dankbar sind, sagt Marc.
"Zucchinis wachsen schnell, sind robust und man kann sie komplett verwerten. Und lecker sind sie auch - frittiert als Gemüseschnitzel, verbacken im Brot und als Rohkostsalat - Hauptsache frisch und hier bei mir natürlich ungespritzt." Marc Berger, gelernter Elektriker
Zucchiniernte ist Teamwork mit vielen ehrenamtlichen Helfern
Marc schätzt, dass er bis September auf mindestens fünf Tonnen Zucchinis kommen wird - vielleicht sind es am Ende aber auch zehn Tonnen oder mehr. Dieser Sommer bietet die perfekten Bedingungen für eine gute Ernte.
Dank einer WhatsApp-Gruppe finden sich für jede Ernte meist ein paar ehrenamtliche Helfer aus der Umgebung und pflücken fleißig mit oder liefern das Gemüse am nächsten Morgen frisch aus, um von dort bei den Lebensmittelverteilungen weitergegeben zu werden.
Allerdings ist hier noch Luft nach oben und Marc freut sich über neue Helfer, die mit anpacken möchten. Denn nur als Team ist sein Zucchini-Projekt zu schaffen.
Unsere Quellen:
- Interview mit Marc Berger
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, Wipperfürther spendet 35.000 Zucchinis, 01.08.2026, 06:09 Uhr
Erstveröffentlichung am 01.08.2026