Arzt sagt, wann KI-Diagnose gefährlich wird

01:39 Min. Verfügbar bis 03.08.2028

Notruf gewählt wegen KI

Arzt sagt, wann KI-Diagnose gefährlich wird

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Viele Menschen befragen bei Symptomen erst einmal die Künstliche Intelligenz, bevor sie einen Arzt rufen. Ein Fall aus Solingen zeigt, wann das helfen kann.

Von
Julian Piepkorn

Wenn Hausarzt Andre Altermann aus Wuppertal zur Sprechstunde lädt, kommt es fast täglich vor: Patienten kommen mit super komplizierten Fragestellungen zu einfachsten Symptomen, sagt Altermann. Denn bevor die Patienten in die Praxis kommen, haben sie erstmal die KI um Rat gefragt.

Hausarzt Andre Altermann warnt: KI kann bei Diagnosen auch gefährlich sien | Bildquelle: WDR/ Julian Piepkorn

Die Praxis von Altermann ist kein Einzelfall. Aktuelle Umfragen zeigen, dass immer mehr Menschen KI nutzen, bevor sie zum Arzt gehen. Bequem kann man dort dem Chatbot schreiben oder sogar Fotos schicken, wenn man Symptome hat. 

Rettete KI Bewohner in Solingen?

So lief es in der Nacht zu Montag auch in Solingen. Bewohnerinnen und Bewohner eines Hauses an der Neuenkamper Straße hatten über Schwindel und Kopfschmerzen geklagt. Sie befragten die Künstliche Intelligenz nach der Ursache, und die spuckte den Verdacht einer Kohlenmonoxidvergiftung aus. Daraufhin alarmierten sie den Rettungsdienst.

Ein Fall, wo KI im Notfall gut funktionierte, sagt Hausarzt Altermann, der auch Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in Wuppertal ist. Weil die KI auch mit wissenschaftlichen Fachtexten trainiert wird, seien die Ergebnisse mittlerweile deutlich besser als bei einer normalen Internetsuche.

KI-Anworten können Tücken haben

Andre Altermann stellt in seiner Wuppertaler Praxis fest: Je jünger die Patienten, desto häufiger hätten sie vorher bei Chat-GPT und Co. um Rat gefragt. Doch man sollte vorsichtig sein:

„Dort eingegebene Symptome können sehr vielseitig sein. Die KI spuckt dann einen bunten Blumenstrauß an Ergebnissen aus.“ Andre Altermann, Hausarzt aus Wuppertal

Und da könne es schnell zu Fehldeutungen kommen. „Die Probleme sind dann die Ergebnisse: Aus diesem Blumenstrauß dann die einzelne Blüte herauszufinden, die dann auch den Treffer landet, dazu braucht es schon etwas mehr“, sagt Altermann. Als Hausarzt kenne er die Patienten und deren medizinische Vorgeschichte. Dieses Wissen fehle der KI.

Erscheint stets hilfsbereit - KI-Anbieter im Netz | Bildquelle: WDR / dpa-tmn

Inzwischen bietet die Künstliche Intelligenz schneller und zielgerichteter Informationen an. Doch, so der Arzt, es brauche immer noch das Fachwissen im menschlichen Hinterkopf, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

"Dafür haben wir früher Lehrbücher gewälzt und Internetseiten durchforstet." Andre Altermann, Hausarzt

Auch Fachleute nutzen KI

Doch auch Ärzte lassen sich gerne digital helfen: Mittlerweile gibt es schon Anbieter, die Patientengespräche zusammenfassen oder bei der richtigen Abrechnung helfen. Aber auch beim Diagnostizieren sei KI „eine große Hilfe“, sagt Altermann. 

Arzt sagt, wann KI-Diagnose gefährlich wird

WDR 03.08.2026 01:01 Min. Verfügbar bis 03.08.2028

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Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Andre Altermann, Hausarzt und Wuppertaler Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein
  • Umfrage der Urologischen Stiftung Gesundheit: 25 Prozent der Deutschen nutzen KI bei Gesundheitsfragen
  • Umfrage der Pronova BKK: https://medlabportal.de/fast-die-haelfte-der-deutschen-holt-sich-vor-dem-arztbesuch-eine-ki-diagnos

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Bergische Land, 03.08.2026, 15:31 Uhr Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 03.08.2026, 19:30 Uhr