Jugendliche klettern auf einen 65 Meter hohen Turm | Aktuelle Stunde
WDR. 02:43 Min.. Verfügbar bis 05.04.2028.
Stundenlang haben Jugendliche am Samstagabend Polizei und Feuerwehr in Dortmund beschäftigt. Die zwei Frauen und ein Mann waren auf den alten Turm der ehemaligen Kronenbrauerei an der Märkischen Straße geklettert und setzten sich dort an den Rand. Einsatzkräfte sperrten den Bereich ab, um Passanten zu schützen.
Nach Angaben der Polizei war mindestens einer der Jugendlichen mit einem schusswaffenähnlichen Gegenstand zu sehen. Zudem warfen die Jugendlichen von oben Gegenstände auf Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei. Die Lage galt als gefährlich und unübersichtlich.
SEK beendet gefährliche Situation auf dem Kronenturm
Die Jugendlichen auf dem ehemaligen Brauturm lösten einen Großeinsatz aus.
Schließlich übernahm ein Spezialeinsatzkommando die Einsatzleitung. Das SEK konnte die Jugendlichen nach mehreren Stunden dazu bewegen, den Turm zu verlassen. Bei einem der Beteiligten entdeckten die Einsatzkräfte eine Spielzeug-Pistole. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Die Polizei prüft nun mögliche Straftaten. Alle drei Beschuldigten seien "psychisch auffällig", sagte ein Sprecher der Polizei Dortmund am Sonntag.
Zusammenhang mit weiterem Einsatz in Dortmund
Die Ermittler prüfen außerdem, ob ein Zusammenhang zu einem ähnlichen Einsatz in der Nacht zu Karfreitag besteht. Damals waren Jugendliche auf einen Baukran in der Dortmunder Nordstadt geklettert und hatten suizidale Parolen gerufen. Auch dort kam ein SEK zum Einsatz. Laut Polizei sollen zwei der Jugendlichen, die an der Aktion am Karfreitag beteiligt waren, auch für den Einsatz am Samstagabend verantwortlich sein.
Videos von beiden Einsätzen kursieren inzwischen in sozialen Netzwerken. Die Polizei warnt davor, solche Aktionen nachzuahmen – sie seien lebensgefährlich und binden wichtige Einsatzkräfte.
Aktion könnte für Jugendliche teuer werden
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen müssen sich nun unter Umständen auf eine dicke Rechnung einstellen. Zumindest aber erwartet sie wohl eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Neben einer möglichen Geldstrafe müssen sie damit rechnen, dass sie die Kosten des Einsatzes von Polizei und Feuerwehr zumindest anteilig übernehmen müssen.
Wie hoch solche Rechnungen ausfallen, hängt von den Umständen ab. Einem 21-Jährigen, der im Sommer 2024 während des EM-Achtelfinalspiels Deutschland gegen Dänemark auf das Dortmunder Stadiondach geklettert war, wurden schließlich 12.000 Euro in Rechnung gestellt.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit der Polizei Dortmund
- Beobachtung eines Reporters vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 05.04.2026, 18:45 Uhr