Federfußball: In Hagen startet eine absolute Nischen-WM

Bildquelle: WDR/Immel

WDR 3 Min. 13 Sek. Verfügbar bis 11.03.2028

Federfußball-WM Ein kurioser Sport mit einem Superstar aus Vietnam

Stand:

In Hagen hat heute die Federfußball-WM begonnen. Über 150 Athleten aus 13 Ländern kämpfen um Gold. Der Superstar ist ein Vietnamese.

Mehr Nische geht eigentlich kaum: Federfußball. Ein absolut exotischer Sport, der in Hagen seine deutsche Hochburg hat. Ab heute findet hier die Weltmeisterschaft statt. Über 150 Sportlerinnen und Sportler aus 13 Nationen treten in sieben Wettbewerben, z.B. im Einzel und Doppel, gegeneinander an.


Im Fokus steht vor allem ein Mann, den hierzulande fast niemand kennt: Ho Phuoc Sang, 27 Jahre, aus Vietnam. Seine Gegner sagen über ihn, dass "er spielt, wie von einem anderen Stern" oder "he is no human" - "unmenschlich". Er ist der Beste in diesem Sport. Im Einzel ist er der aktuelle Weltmeister. „Dieser Titel bedeutet mir sehr viel. Er motiviert mich, hart zu arbeiten und alles zu geben, ihn zu verteidigen", sagt Ho Phuoc Sang.

Federfußball: Ein absolut exotischer Sport

Der Sport ist eine ziemlich kuriose Rückschlagsportart. Gespielt wird in einem Badmintonfeld, Netzhöhe 1,60m. Im Einzel darf ein Spieler, den Ball zweimal mit Fuß oder Körper berühren. Der Ball ist 14 Zentimeter groß, zwölf Gramm schwer, besteht aus Gänsefedern und einem Gummifuß und ähnelt optisch einem Federball. Es gibt zwei Gewinnsätze bis jeweils 21 Punkte.

Der beste Spieler der Welt: der Vietnamese Ho Phuoc Sang.

Ho Phuoc Sang ist Titelsammler - in Hagen geht er als amtierender Weltmeister an den Start.

Bildquelle: Zentarra

Seit Sonntag ist Hu Phuoc Sang in Hagen. Für die WM ist er direkt aus seiner Heimat Vietnam angereist. Fast 24 Stunden hat die Reise nach Deutschland gedauert - inklusive Zwischenstopp. „Egal, ob ich an Wettkämpfen im In- oder  Ausland teilnehme – ich vermisse meine Familie. Es fällt mir schwer, sie zu verlassen. Aber ich habe  mich daran gewöhnt", sagt der 27-Jährige.

Weltmeister und Vollprofi: Ho Phuoc Sang kann vom Sport leben

Trotz Reisestress und Müdigkeit nutzt Ho Phuoc Sang die Zeit zum Sightseeing.

Der Vietnamese nutzt die Zeit in Deutschland auch zum Sightseeing - sogar in Hagen.

Bildquelle: WDR/Immel

Trotz der Distanz zu seiner Familie genießt Ho Phuoc Sang die Zeit in Hagen. Sightseeing steht ebenso auf dem Programm wie Trainingseinheiten. „Ich liebe die vietnamesische Stadt Đà Lạt. Hagen erinnert mich ein bisschen an Da Lat. Es ist hier so ruhig und angenehm kühl. Die Atmosphäre in Đà Lạt ist wirklich sehr ähnlich wie in Hagen".

Während Federfußball in Europa eher als Freizeitsport oder nach Feierabend gespielt werden kann, ist der Sport bei Ho Phuoc Sang die Lebensgrundlage. Er trainiert an sechs Tagen pro Woche, täglich gibt es zwei Einheiten für ihn. Ein absoluter Profi. „Ich nehme diesen Sport sehr ernst und gehe sehr professionell damit um. Es ist mein Beruf und meine Lebensgrundlage. Damit sorge ich für meine Familie. Daher bin ich mit viel Engagement bei der Sache“, sagt er.

Ob er auch in diesem Jahr erfolgreich sein wird, zeigt sich am Samstag - da steht dann das Finale der Einzelkonkurrenz an.

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Ho Phuoc Sang
  • WDR-Reporter vor Ort
  • Shuttlecock Weltverband

Sendung: WDR.de, Federfußball: In Hagen startet eine absolute Nischen-WM, 25.08.2026, 18:54 Uhr

Weitere Beiträge aus Dortmund

1 / 2