50 Jahre Spagettieis am Brennpunkt

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WDR Verfügbar bis 25.08.2028

Tradition am Worringer Platz 50 Jahre Spaghettieis am Brennpunkt

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Seit 50 Jahren betreiben Raffaela und Roberto Tomasella ihr Eiscafé am Worringer Platz in Düsseldorf. Die Eisdiele gilt als grüne Oase in schwieriger Umgebung. Dafür gingen die beiden mit ihrem Laden auch durch schwierige Zeiten.

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Astrid Linn

Es weht ein bisschen italienischer Charme über den Platz, wenn man in Richtung der roten Sonnenschirme schaut. Viele kennen das Eiscafé vom Vorbeifahren, denn die grüne Oase am Worringer Platz fällt auf. Autos hin, Verkehr her, picobello sieht es hier aus. Und egal, was drumherum tobt, Roberto und Raffaela Tomasella halten Stand - seit mittlerweile 50 Jahren.

Tische und Bänke von roten Sonnenschirmen beschattet

Außenterasse des Eiscafé Stefan da Roberto am Worringer Platz.

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Auf die Frage, ob ihr Spaghettieis das beste der Stadt sei, antwortet Raffaela Tomasella blitzschnell: "Ja!" Eine Dame, die genüsslich mit ihrem Eisbecher beschäftigt ist, bestätigt das sofort.

Der Bürgermeister vom Worringer Platz

Viele Kunden sagen, Roberto Tomasella sei der "Bürgermeister" vom Worringer Platz. Er gründete eine Bürgerinitiative zur Verbesserung dieses schwierigen Ortes. Sein Einsatz ist auch Notwehr, denn vor und neben seinem Geschäft werden seit Jahrzehnten auch Drogengeschäfte abgewickelt.

Sie können nicht aggressiv gegen drogenkranke Menschen vorgehen. Sie müssen mit ihnen sprechen und versuchen, sie zu integrieren. Das sind Menschen, die alles verloren haben. Inhaber Roberto Tomasella

Tomasella musste lernen, mit diesen Bedingungen klarzukommen, um mit seinem Eiscafé zu überleben. Er kennt mittlerweile viele Drogenkranke persönlich und spendiert ihnen manchmal auch ein Eis oder Wasser.

Die Kommunikation mit den Menschen auf dem Platz habe ihm geholfen, erzählt der 69-Jährige. "Die lassen mich und mein Café in Ruhe. Ich werde von ihnen respektiert. Das war früher anders."

Eine kleine Oase am Worringer Platz

1976 eröffneten Roberto und seine Frau das Café. Sie waren jung, ihre Träume groß, und sie erfüllten sich zunächst auch. Ab Mitte der 90er Jahre sei es dann bergab gegangen, erzählt der Italiener. Gäste wurden angebettelt, Umsätze gingen herunter, die Kosten stiegen. Und: Die Szene breitete sich immer weiter aus.

Fassade Eines Eiscafés. Das Schild liest "Eiscafé Stefan". Farbe und Qualität des Bildes indizieren, dass es sich um eine ältere Aufnahme handelt.

Fassade des Eiscafé Stefan da Roberto im Jahr 2005.

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"Ich bewundere, was Roberto hier für uns alle tut und was die beiden geschaffen haben", erzählt eine ältere Dame, die die Tomasellas seit 50 Jahren kennt. Viele der Stammgäste wohnen in der Nähe. Für sie ist das Café zu einem zweiten Zuhause geworden.

Das Eiscafé gibt dem Worringer Platz Beständigkeit, die er dringend braucht. Anwohnerin des Worringer Platzes

Aber: An diesem Brennpunkt 50 Jahre lang durchzuhalten, hat viel Kraft gekostet. Urlaub gab es dieses Jahr nur zehn Tage im Januar. Und das spürt Raffaela Tomasella deutlich. Die Kräfte lassen nach, aber es macht ihr immer noch Spaß. Vor allem der Kontakt zu ihren Gästen gibt ihr viel.

"Ich würde es nicht noch einmal machen"

Geschäftlich sieht das anders aus: "Ich bin Idealist, deshalb habe ich an dieser schwierigen Location so lange durchgehalten, aber Freude macht das nicht", erklärt Roberto Tomasella. Auf die Frage, ob er noch einmal hierher kommen würde, sagt er: "Mir ging es in den 1970er Jahren gut in Italien. Wenn ich so nachdenke: Nein, ich würde es nicht noch einmal machen."

Ein Mann bringt einer Gruppe Gäste Eisbecher. Die Gäste lachen.

Roberto Tomasella im Gespräch mit seinen Gästen.

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Langsam bereiten die beiden ihren Abschied vor, der in den nächsten Jahren kommen soll. Dann schließt nicht nur ein Eiscafé, sondern es verlässt auch ein Stückchen Seele den Worringer Platz.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke der Reporterin vor Ort
  • Interview mit Raffaela und Roberto Tomasella
  • Gespräche mit Gästen des Eiscafés

Sendung: WDR.de, 50 Jahre Spaghettieis am Brennpunkt, 26.08.2026, 7:12 Uhr

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