Die Felsformation Mintrop'sche Spitzfalte in Essen ist komplett in Gips gehüllt, Wissenschaftler arbeiten daran

Komplett in Gips: Die Felsformation Mintrop'sche Spitzfalte in Essen

Bildquelle: WDR/Jan Akkermann

Riesiges 1:1-Modell Experten kopieren seltene Felsformation in Essen

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In Essen nehmen Wissenschaftler einen genauen Abdruck einer metergroßen Felsformation. In aufwändiger Handarbeit. Was das soll.

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Stefan Weisemann

Es sieht ein bisschen aus wie ein großes Spitzdach mitten im rötlich-braunen Fels. Am Pastoratsberg im grünen und hügeligen Essener Süden verbirgt sich ein ganz besonderes Stück Natur im Ruhrgebiet: die Mintrop'sche Spitzfalte, benannt nach einem Bochumer Geologen.

Vor rund 300 Millionen Jahren wurden die Gesteinsschichten hier durch Druck von oben zu dieser auffälligen Form zusammengeschoben. Es sind die Schichten, aus denen später auch Kohle gefördert wurde.

Seltene Gesteinsformation im Ruhrgebiet

Vor allem ist es eine seltene Gesteinsform. Deshalb ist die Spitzfalte ein Naturdenkmal. Und bald auch ein Stück zum Anfassen und Untersuchen für Studierende. Die Felsformation wird nämlich von Wissenschaftlern des Bergbaumuseums und der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) in Bochum exakt kopiert.

Rund sechs Meter hoch und vier Meter breit. "Hier handelt es sich um einen Zeitzeugen der Erdgeschichte und einen Zeitzeugen der Entstehung des Ruhrgebiets", sagt Benedikt Ahrens, Geologie-Professor an der THGA.

Genauer Abdruck von Felsformation in Essen

Der Weg zum exakten Modell des Gesteins ist ein steiniger. Im ersten Schritt mussten Professoren und Studierende die Brombeerbüsche wegschneiden, die im Laufe der Jahre über den Felsen gewuchert sind. Der zweite Schritt war harte Handarbeit: Mit Wurzelbürsten wurde der komplette Fels abgeschrubbt und sauber gemacht.

Die Felsformation Mintrop'sche Spitzfalte in Essen-Werden

Besondere Felsformation in Essen-Werden: die Mintrop'sche Spitzfalte

Bildquelle: GeoPark Ruhrgebiet

Es folgte Schritt drei: Der Felsen wurde mit einer knallgrünen Silikonmasse eingeschmiert. Sie sorgt dafür, dass der Abdruck später gut vom Fels abgelöst werden kann. Dann konnten die Experten endlich eine Masse aus Glasfasermatten und kunststoffhaltigem Gips auftragen.

Modell von Fels für Studierende in Bochum

Am Donnerstag haben die Wissenschaftler schließlich angefangen, den großen Gipsabdruck abzulösen. Nicht im Ganzen, sondern Stück für Stück. Es ist ein besonderer Moment für die Wissenschaftler, auf den sie lange hingearbeitet haben. Ein Jahr Vorbereitung war nötig, sagt Geologe Ahrens. Entsprechend nervös ist er. Die Ablösung des Abdrucks vergleicht er mit einer Kuchenform: "Heute ist der kritische Punkt, wir sehen, ob der Kuchen aufgeht oder nicht."

Wissenschaftler stehen um einen Teil des abgelösten Gips- und Silikonabdrucks von der Felsformation in Essen

Der Abdruck wird in mehreren Teilen vom Felsen gelöst

Bildquelle: WDR/Jan Akkermann

Am Freitag sollen weitere Stücke abgelöst werden. Anschließend wird der Abdruck in eine Werkstatt gebracht, wo das exakte Modell entsteht. Mit allen Hebungen und Senkungen, allen Strukturen und Abbrüchen. Dazu wird er in Originalfarbe angemalt.

Studierende der THGA sollen an dem Modell später geologische Strukturen untersuchen und vermessen können. "Es geht ums Erfühlen und darum, ein Gespür zu bekommen", sagt Ahrens. Außerdem soll das Modell auch öffentlich ausgestellt werden.

Riesiger Abdruck von Felsformation in Essen

WDR 27.08.2026 29 Sek. Verfügbar bis 26.08.2028

Unsere Quellen:

  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
  • Technische Hochschule Georg Agricola
  • Regionalverband Ruhr

Sendung: WDR.de, Riesiger Abdruck von Felsformation in Essen, 27.08.2026, 10:35 Uhr

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