Schüsse, Brandanschläge, Schutzgeld-Erpressungen: Das Landeskriminalamt NRW hat seit Februar rund 20 Straftaten in Nordrhein-Westfalen registriert, die es sogenannten türkischen Gen-Z-Banden oder Mafiagruppen zurechnet. Diese erpressen dabei vor allem reiche, türkische Geschäftsleute. Das teilte das LKA auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Demnach handele es sich um ein neues Kriminalitätsphänomen.
In sechs Fällen habe es Schusswaffendelikte gegeben, in zwei weiteren Fällen sei lediglich Munition in einem Kuvert hinterlassen worden. Zahlen die erpressten Geschäftsleute nicht, werden Autos und Gebäude beschossen oder es wird Feuer gelegt, heißt es.
Türkische "Gen-Z-Banden" in der Rhein-Ruhr-Schiene
In einem Fall sei sogar ein versuchtes Tötungsdelikt registriert worden, gab das LKA bekannt. Letzteres habe allerdings nicht im Zusammenhang mit einer Erpressung gestanden.
Nach Angaben des LKA handelt es sich bei den "Gen-Z-Banden" um Gruppierungen mit flachen Hierarchien und teils wechselnden Mitgliedern. Schwerpunkte lägen in den Städten der Rhein-Ruhr-Schiene.
Hohe Gewaltbereitschaft und bundesweites Phänomen
Die türkische "Gen-Z-Banden" weisen dabei eine hohe Gewaltbereitschaft auf. Die Täter seien mobil, wechselten ständig ihre Aufenthaltsorte und legten weite Entfernungen in kurzer Zeit zurück, um bundesweit Straftaten zu begehen.
Ähnliche Fälle seien zunächst in Berlin, dann in Süddeutschland und nun in NRW aufgetreten.
Der Name "Gen-Z-Banden" erklärt sich durch das meist jugendliche Alter der Mitglieder. Zur "Generation Z" werden in der Regel Personen gezählt, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR.de, Türkische "Gen-Z-Banden" erreichen NRW, 28.08.2026, 18:24 Uhr