Ausländeramt Köln von außen

Kölner Abschiebeskandal Wie Kommunen auf Coesfelder Liste reagierten

Stand:

1.247 ausreisepflichtige Personen meldete das Ausländeramt Coesfeld an die Kommunen in NRW. Die gingen unterschiedlich damit um.

Von
Logo des Westdeutschen Rundfunk
Jochen Hilgers

Der Skandal um die Coesfelder Liste beschäftigt Köln jetzt seit mehr als zwei Wochen. Im November 2024 erhielt das dortige Ausländeramt die Liste von der Zentralen Ausländerbehörde in Coesfeld mit 471 Namen ausreisepflichtiger Personen. Sie blieb weitgehend unbearbeitet. Die ZAB verschickte aber landesweit weitere Listen mit insgesamt 1.247 Namen. Was geschah in den anderen Kommunen?

Neun Abschiebungen in Düsseldorf

Die Liste erreichte Düsseldorf ebenfalls im November 2024 und enthielt die Personalien von 56 ausreisepflichtigen Menschen - und dem Angebot, bei deren Abschiebung mit Passersatzpapieren zu helfen. Neun Personen wurden aufgrund des Angebots aus Coesfeld abgeschoben. Bei weiteren war eine Abschiebung aus unterschiedlichen Gründen bislang nicht möglich, teilte die Stadt Düsseldorf dem WDR mit.

Bochum, Dortmund, Münster mit geringen Zahlen

Das Ausländeramt Bochum erreichten zwölf Fälle von ausreisepflichtigen Personen. Für drei von ihnen wurden Verfahren zur Beschaffung von Passersatzpapieren eingeleitet. Ob es dann zur Abschiebung kam, geht aus der Antwort aus Bochum nicht hervor. In Dortmund kam es zu keiner Abschiebung obwohl Coesfeld zehn Personen, darunter drei Minderjährige, gemeldet hatte. Eine kleine zweistellige Zahl ging an die Ausländerbehörde in Münster. Diese Personen seien aber falsch zugeordnet gewesen, sagt die Stadt. Duisburg, Neuss, Krefeld, Düren oder Heinsberg erhielten keine Post aus Coesfeld.

Irritation über Behördenweg

Die vergleichsweise geringen Aktivitäten nach Eingang der Coesfelder Liste könnten auch mit der Art der Zustellung zusammenhängen. Sie war kurz nach dem Attentat in Solingen erstellt worden und erreichte die Ausländerbehörden auf direktem Weg. Laut Kölns Stadtdirektorin Dörte Diemert sorgte das für Irritation. Bei der Bezirksregierung Köln erkundigte sich die Stadt nach dem gewählten Dienstweg. Amtliche Anfragen erreichen die Ämter der Kommunen in der Regel über das jeweilige Ministerium und die entsprechenden Bezirksregierungen.

Kommunen reagieren kaum auf Coesfelder Liste

WDR 27.08.2026 57 Sek. Verfügbar bis 26.08.2028

Unsere Quellen:

  • Stadt Köln
  • Stadt Düsseldorf
  • Stadt Münster
  • Stadt Dortmund
  • Recherche des WDR-Reporters

Sendung: WDR.de, Kommunen reagieren kaum auf Coesfelder Liste, 27.08.2026, 17:15 Uhr

Weitere Beiträge aus Köln

1 / 2