Das Verfahren der Parabiose ist seit 1987 nicht mehr in Deutschland genehmigt worden.
Bildquelle: WDR / IMAGO / CTK PhotoDas Verfahren nennen die Experten "Parabiose". Dabei werden zwei Tiere aneinander genäht - mit dem Ziel, die Blutkreisläufe zu verbinden. Oft kommen für das Verfahren Nagetiere zum Einsatz.
Genehmigung für Versuch erteilt, dann wieder zurückgezogen
Nach Informationen des Kölner Verwaltungsgerichts arbeitet eine Professorin der Universität Bonn an einem Impfstoff gegen Malaria und will dafür diese Methode verwenden.
Die Wissenschaftlerin hatte laut Gericht bereits eine Genehmigung bekommen, die wurde aber wieder zurückgezogen. Dagegen wehrt sich nun die Forschergruppe der Uni Bonn vor dem Verwaltungsgericht.
Gericht in Köln klärt: Wird Tierwohl eingehalten?
Dabei geht es auch darum, ob mit einem solchen Versuch das Tierschutzgesetz eingehalten wird. In dem Verfahren soll zum Beispiel dargestellt werden, wie groß der Eingriff für die Tiere ist. In Deutschland wurde zuletzt 2005 eine Parabiose an der Medizinischen Hochschule Hannover genehmigt. Der Versuch wurde Anfang 2006 nach Empfehlung eines Expertengremiums abgebrochen. 2007 stellte die Medizinische Hochschule einen neuen Antrag. Dieser wurde abgelehnt.
Verantwortlich für die Erteilung der Genehmigung ist das Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung in NRW. Die Verhandlung beginnt vor dem Kölner Verwaltungsgericht am Mittwoch um 10 Uhr.
Parabiose ist altes Verfahren
Das Verfahren, bei dem Tiere miteinander verbunden werden, ist schon alt. Bereits im 19. Jahrhundert wurden mithilfe von Parabiose verschiedene Krankheiten erforscht.
Auch in der Altersforschung kam diese Praxis zum Einsatz. Dabei wurden junge Tiere mit älteren verbunden, um zu sehen, ob die älteren Tiere dadurch einen Vorteil haben. In einigen Beispielen wird beschrieben, dass die Tiere so wochenlang aneinandergenäht waren.
Unsere Quellen:
- Verwaltungsgericht Köln
Sendung: WDR.de, Prozess in Köln um umstrittenen Tierversuch, 26.08.2026, 05:01 Uhr
