Yalcin Alibas hat in dieser Nacht an einer großen Boeing 777 das Sagen. Er dirigiert das Team, das die Maschine vor dem Terminal 2 belädt. Eine Zugmaschine schleppt Anhänger mit silberglänzenden Containern neben das Flugzeug. Da stecken die Koffer für fast 400 Passagiere drin.
Zum Glück müssen die Männer das Gepäck für diese große Maschine nicht per Hand einladen - normalerweise. "Das geht alles automatisch, sollte es jedenfalls", sagt Alibas. "Je nach Fluggesellschaft funktioniert das besser oder schlechter, manchmal müssen wir Container per Hand in den Frachtraum schieben."
Nachts herrscht am Flughafen Köln/Bonn eine besondere Stimmung
Seit 32 Jahren arbeitet Alibas hier auf dem Flughafen Köln/Bonn. Immer Nachtschicht. Nachts, das ist ihm die liebste Zeit hier auf dem Vorfeld. "Ich habe mir das so ausgesucht", sagt er. "Das macht Spaß, sonst würde ich das nicht machen."
Bei der Beladung muss alles pünktlich klappen. Denn die Flugzeuge haben ein festgelegtes Zeitfenster, in dem sie starten können. Verpassen sie das, kann es längere Verspätungen geben. "Pünktlichkeit ist enorm wichtig", sagt Ferhat Dogan, der Senior Manager Ground Operations.
Sicherheit geht vor Tempo bei Abfertigung
Er ist in dieser Nacht zuständig für die Abfertigung aller Flugzeuge am Flughafen Köln/Bonn. "An erster Stelle steht aber die Sicherheit. Wir müssen am Boden dafür sorgen, dass die Passagiere sicher in die Luft kommen."
Can Talay ist in dieser Nacht der Verkehrsleiter vom Dienst auf dem Flughafen Köln/Bonn. Er ist zuständig für Sicherheit und Ordnung. Die Nacht ist auch für ihn eine ganz besondere Zeit. Streckenkontrolle auf der großen Startbahn - für die Startbahnen gelten strenge Sicherheitsvorschriften.
Talay liebt es, über die Startbahn zu fahren, den gleichen Blick zu haben wie die Piloten - nur halt etwas tiefer: "Das ist immer wieder schön, vor allem im Sommer, den Sonnenuntergang mitzunehmen. Für mich gibt es hier nichts Schöneres."
Nur wenige Mitarbeiter des Flughafens dürfen hier überhaupt hin. "Unter Kollegen streiten wir uns zum Teil um die Kontrolle", sagt Talay. "Weil das jeder sehr, sehr gerne macht." Trotzdem: Der Spaß steht immer an zweiter Stelle, an erster steht die Sicherheit. Denn Talay und seine Kollegen müssen ganz genau hinsehen: Liegen Gegenstände, Äste oder Tiere auf der Bahn? Gibt es irgendwo Schäden?
Besonderer Adrenalin-Kick
In der Ferne taucht das Licht eines landenden Flugzeugs am Himmel auf. Es kommt direkt auf uns zu, wird größer und größer. Jede Fahrt zwischen startenden und landenden Flugzeugen auf der großen Bahn ist ein besonderer Adrenalin-Kick.
Der Tower gibt Talay schließlich Anweisung, die große Bahn zu verlassen und die Streckenkontrolle für die Landung der Maschine zu unterbrechen.
Jedes Detail zählt bei der Sicherheit
Auf dem Vorfeld hat Yalcin Alibas mit seinem Team jetzt alles in die Boeing 777 verladen. Nun müssen die Männer die Geräte rund um die Maschine wegräumen. Auch dabei tragen sie viel Verantwortung. Auf keinen Fall darf etwas liegen bleiben, wenn das Flugzeug sich gleich bewegt.
"Da sind so viele Menschen in den Flugzeugen. Wenn ein Metallstück in das Triebwerk kommt, kann das furchtbar enden." Yalcin Alibas, Flughafen Köln/Bonn
Die Maschine ist jetzt startklar für den Flug nach Antalya. Für die fast 400 Passagiere kann der Urlaub nun beginnen.
Alle Beiträge der Serie "So tickt NRW":
Unsere Quellen:
- Interviews mit Mitarbeitern
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
- Flughafen Köln/Bonn
Sendung: WDR.de, So tickt NRW - 1 Uhr: Yalcin Alibas sorgt für Sicherheit am Flughafen Köln/Bonn, 03.08.2026, 12.32 Uhr