Eine Frau lächelt kniend in die Kamera und streichelt dabei einen Hund.

Sicherheit für Mensch und Tier muss geübt werden.

Bildquelle: WDR/Veerle Seelig

Tod beim Gassigehen Wie schütze ich mich und meinen Hund?

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Für viele Tierbesitzer ist das der Horror: Der Hund reißt sich los und rennt auf die Straße. Eine tödliche Gefahr für Mensch und Hund, wie gerade im Münsterland passiert. Was tun? Tipps von Hundetrainern.

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Veerle Seelig

"Warte lieber, damit er wirklich stehen bleibt. Und hol die Kekse erst raus, wenn er fertig ist. Sonst kommt er auf dich zu", betont Meike Sodemann. In der Martin Rütter Hundeschule in Münster gibt es klare Ansagen.

Gerade schickt Nele Lammersmann ihren Teenie-Hund Mogli auf eine gekennzeichnete Fläche. Dort soll er stehen bleiben und erst beim Rückruf zurückkehren. Nach ein paar Wiederholungen wirft er sich an der Signal-Fläche auf den Boden und guckt mit großen Augen zum Frauchen.

Ein Hund sitzt auf einer Wiese und schaut verträumt in die Kamera.

Konsequentes Training ist wichtig für den sicheren Rückruf.

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Doch es gibt keine Ausnahme. Die Kekse gibt es nur, wenn die Übung richtig ausgeführt wurde. Bei allen Übungen ist es ganz wichtig, dass die Hunde hören. Sei es der Rückruf mit "Komm!" oder das Abbruchzeichen "Schluss!". Die Teilnehmer möchten, dass die Hunde auch im Notfall auf sie hören.

Schlechte Erfahrungen beim Gassigehen

"Ich halte die Leine schon immer doppelt, zur Sicherheit", erklärt Nele. Ihr Hund reagiert besonders auf Katzen. Das wurde ihr schonmal zum Verhängnis.

"Bei einer Übung hat er eine Katze gesehen. Und ich hatte die Leine nicht fest in der Hand, weil ich eigentlich dachte, er ist entspannt. Da ist er dann los und der Katze hinterher." Nele Lammersmann, Hundebesitzerin

Zum Glück konnte sie ihn einholen und beruhigen und es war auch keine gefährliche Straße in der Nähe. Das Rückruf-Training ist seitdem nochmal wichtiger für sie.

Eine Frau steht auf einer Wiese und eine andere Frau sitzt im Rollstuhl und direkt davor sitzt ein Hund mit dem Rücken zur Kamera

Marnie muss sich auf den Rückruf ihres Hundes verlassen können.

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Ähnlich ist es bei Teilnehmerin Marnie Grueben. Sie ist mit Hunden aufgewachsen, aber seit einem Arbeitsunfall im Rollstuhl. Gerade für sie ist es besonders wichtig, dass die Hunde sich nicht losreißen und wegrennen.

"Er hat einen Tracker, damit ich ihn immer orten kann. Das ist mein Albtraum, dass ich mal nicht hinterherkomme." Marnie Grueben, Hundebesitzerin

Tödliche Unfälle mit Hunden im Münsterland

Im Münsterland gab es allein in den vergangenen Tagen zwei Unfälle mit Hunden. Bei beiden starben die Hundehalter. In Vreden wurde ein Hundebesitzer überfahren, als er seinem Hund auf der Straße hinterherrannte. Ein anderer Hundebesitzer verunglückte tödlich aus bisher ungeklärten Gründen mit seinem Hund an einem unbeschrankten Bahnübergang in Havixbeck.

Tipps für sicheres Gassigehen

Vielen Besitzer kennen die Gefahr, dass sich ihre Tiere plötzlich losreißen. Aus Panik oder Jagdtrieb reißen sich Hunde frei oder befreien sich aus dem Geschirr. Diese Gründe zu unterscheiden, ist für die Mitarbeiter der Hundeschule wichtig.

"Bei allem hilft am wenigsten, laut zu brüllen und hinterherzurennen", sagt Hundetrainerin Meike. Ruhe bewahren sei das A und O. Wenn Hunde etwa nur zu einem anderen Hund rennen wollen, könnte ein vernünftiger Rückruf ausreichen.

Wichtig sei, diesen nicht zu oft zu wiederholen, sondern auf Beständigkeit zu setzen. Hier gilt lieber nur ein, zwei Mal zu rufen, dafür aber deutlich.

Zwei Frauen stehen auf einer Wiese und schauen in die Kamera.

Nina und Meike trainieren Hund und Mensch gemeinsam.

Bildquelle: WDR/Veerle Seelig
"Wenn ein Hund natürlich wirklich Panik hat, dann kommt das manchmal gar nicht an. Da hilft dann auch meistens kein Rufen, sondern wirklich ruhig bleiben. Das ist alles nicht so einfach, gerade wenn der Hund auf die Straße oder Bahngleise rennt." Nina Reilmann, Inhaberin Martin Rütter Hundeschule Münster

Panikgeschirre können helfen

Meike Sodemann empfiehlt in solchen Situationen erstmal aus der Entfernung den Hund zu locken. Dann könne man sich gegebenenfalls langsam von der Seite nähern, um den Hund nicht weiter zu verschrecken.

Wenn bekannt ist, dass ein Hund geräuschempfindlich ist, sollte ein Panikgeschirr angelegt werden. Das soll verhindern, dass sich der Hund in seiner Angst aus dem Geschirr befreit.

Wenn Gassigehen tödlich endet - Wie sichere ich mich?

WDR 07.08.2026 00:50 Min. Verfügbar bis 06.08.2028

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Unsere Quellen:

  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Wenn Gassigehen tödlich endet - Wie sichere ich mich?, 07.08.2026, 12.04 Uhr

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