Kleinkind in heißem Auto entdeckt: Klever Polizei schlägt Scheibe ein
Bildquelle: wdr/dpaLokalzeit aus Duisburg . 17.06.2025. 02:38 Min.. Verfügbar bis 17.06.2027. WDR. Von Laura Kasprowiak.
Ein Fall, der die Polizei in Kleve schockiert: Ein Kleinkind sitzt bei praller Sonne in einem parkenden Auto, die Fenster geschlossen. Zwei Mitarbeiter der Spurensicherung entdecken das Kind zufällig - während die Mutter einkaufen ist.
Der 14 Monate alte Junge saß nach Schilderung der Beamten apathisch im Kindersitz - schweißgebadet und kreidebleich. Er dämmerte immer wieder weg.
Streifenpolizisten, die in der Nähe waren, reagierten sofort: Sie schlugen die Beifahrerscheibe ein. Beim Öffnen der Tür strömte ihnen heiße Luft entgegen - das Kind wurde umgehend dem Rettungsdienst übergeben.
Kind fast zu spät entdeckt
Viele unterschätzen, wie warm es in Autos werden kann
Bildquelle: McPHOTO / newspixx vario imagesDer Vorfall ereignete sich bereits am Freitag. Als die Mutter rund 20 Minuten später zurückkam, zeigte sie sich laut Polizei uneinsichtig. Selbst erfahrene Einsatzkräfte seien tief erschüttert gewesen. Das Jugendamt Essen wurde informiert, ein Bericht liegt bereits vor.
Hitze im Auto wird schnell lebensgefährlich
Wie gefährlich hohe Temperaturen im Auto sein können, warnt auch der ADAC: Schon nach zehn Minuten übersteigen die Innenraumtemperaturen die Körpertemperatur – nach 30 Minuten kann es über 45 Grad heiß werden, selbst bei Außentemperaturen um 28 Grad. Kinder- und Jugendmediziner Dr. Wolfgang Aschenbrenner aus Kleve betont: "Kinder haben im Verhältnis zum Gewicht eine größere Körperoberfläche. Daher dehydrieren sie schneller - außerdem haben sie weniger Schweißdrüsen."
Dr. med. Wolfgang Aschenbrenner, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kleve.
Bildquelle: WDR/Laura KasprowiakKinder- und Jugendmediziner Dr. Wolfgang Aschenbrenner aus Kleve betont: "Kinder haben im Verhältnis zum Gewicht eine größere Körperoberfläche. Daher dehydrieren sie schneller - außerdem haben sie weniger Schweißdrüsen." Das sind die Gründe warum es besonders für Kinder schnell im Auto lebensgefährlich werden kann, sagt der Arzt.
Der Appell ist klar: Kinder, Tiere oder andere Mitfahrer dürfen nie im Auto zurückgelassen werden - Hitze kann tödlich sein.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Kreispolizei Kleve
- ADAC