Der Mann soll mit gefälschten Papieren bei mehreren NRW-Rettungsdiensten gearbeitet haben. Vor einem Jahr ist in Kamp-Lintfort bei einem seiner Einsätze ein 80-jähriger Patient gestorben. Das Landgericht Kleve hat ihn daraufhin wegen Totschlags, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Urkundenfälschung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
"Größenwahn und Hochstapelei"
Die schwerwiegenden Fehlhandlungen des Angeklagten hätten den Tod des Mannes in Kamp-Lintfort herbeigeführt, hatte der Vorsitzende Richter betont. Er sprach von einer "gemeingefährlichen Hochstapelei" und "einer Art Größenwahn". Die Verurteilung sei "haarscharf am Mord vorbei" erfolgt. Das Gericht hatte sich mit dem Urteil über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinweg gesetzt. Die hatte eine Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten gefordert.
Bundesgerichtshof entscheidet über Revision
Laut Landgericht habe der Angeklagte jetzt Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Der müsse jetzt entscheiden, ob er die Revision annehme oder abweise.
Zu Prozessbeginn hatte der Verurteilte zugegeben, dass er sich als falscher Notfallsanitäter ausgegeben hat. Dass er eine Tötungsabsicht gehabt habe, bestritt er jedoch. Am letzten Verhandlungstag hatte der Angeklagte auch bei den anwesenden Töchtern des gestorbenen Patienten um Entschuldigung gebeten. "Ich habe das nicht kommen sehen - es tut mir leid."
Die Töchter hatten während des Einsatzes mehrfach darum gebeten, einen Notarzt hinzuzuziehen. Außerdem hatte der Notfallsanitäter dem Mann Medikamente in nicht nachvollziehbarer Dosierung verabreicht. Ein Gutachter hat festgestellt, dass diese Fehler zum Tod des Patienten geführt hatten.
Falscher Sanitäter legt Revision ein
Bildquelle: WDR/Lars ZamhöferWDR. 05.08.2026. 00:24 Min.. Verfügbar bis 04.08.2028.
Unsere Quellen:
- dpa
- vorherige Berichterstattung des WDR
Sendung WDR.de, Falscher Sanitäter wehrt sich gegen Urteil, 5.8.2026, 7 Uhr