Feuerwehr Mönchengladbach übt Vegetationsbrand | WDR aktuell

WDR 00:58 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Zu heiß und trocken

"Ein Brand kann sich schneller ausbreiten als erwartet"

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Lange Trockenphasen, hohe Temperaturen und Wind erhöhen auch in Nordrhein-Westfalen das Risiko für Feld- und Waldbrände. Deshalb hat die Feuerwehr Mönchengladbach jetzt den Ernstfall geprobt.

Schon von Weitem sind am Samstagvormittag Rauchwolken über den Feldern in Mönchengladbach-Rasseln zu sehen. Flammen fressen sich durch trockenes Stroh, das auf einem abgeernteten Getreidefeld ausliegt.

Übung unter möglichst echten Bedingungen

Was auf den ersten Blick wie ein Ernstfall wirkt, ist lange geplant und kontrolliert. Die Berufsfeuerwehr Mönchengladbach probt gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren Hardt und Schwalmtal den Ernstfall. Rund 40 Einsatzkräfte trainieren den Einsatz bei sogenannten Vegetationsbränden - also Feuern auf Wiesen, Feldern, Heiden oder in Wäldern.

Um möglichst realistische Bedingungen zu schaffen, wird dabei auch mit echtem Feuer gearbeitet. "Die Theorie haben wir schon geübt, aber es ist immer noch was anderes bei Wind und Wetter. So ein Brand kann sich dann schneller ausbreiten als erwartet", erklärt André Weißhaupt von der Feuerwehr Mönchengladbach.

Flammen und dichter Rauch

Das Feuer verbreitet sich rasend schnell: Zu Beginn tritt ein Feuerwehrmann an die Haufen aus Stroh, die auf dem Stoppelfeld verteilt liegen. Dann setzt er das Stroh in Brand. Innerhalb weniger Sekunden werden aus dem kleinen Feuer hohe Flammen. Die Feuerwehrleute löschen von zwei Seiten und verhindern, dass sich der Brand ausbreitet.

Vorbereitung bis Flammen: So lief die Feuerwehr-Übung

Schnell sind keine Flammen mehr zu sehen, dafür aber dichter, schwarzer Rauch. Immer wieder laufen die Feuerwehrmänner und -frauen in die Rauchwolke und sind kaum noch zu sehen. Selbst, als alles gelöscht zu sein scheint, kontrollieren sie, ob sie unter dem Stroh noch Glutnester finden - denn so könnte das Feuer wieder neu entflammen.

Größte Gefahr für Wald- und Feldbrände: Der Mensch

Dass solche Übungen immer wichtiger werden, zeigen derzeit auch die Waldbrände in Südeuropa. In Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal oder der Türkei kämpfen Feuerwehrleute seit Wochen gegen teils verheerende Feuer. Zwar sind solche Großbrände in Nordrhein-Westfalen deutlich seltener, doch auch hier beobachten Feuerwehren, dass Brände auf Feldern und in der Natur häufiger werden.

Im Jahr 2020 hat es beispielsweise im niederländischen Nationalpark "De Meinweg" gebrannt. Erst nach mehreren Tagen konnten Feuerwehrleute aus den Niederlanden und Deutschland die Flammen löschen. "Tatsächlich können wir Häufung von Vegetationsbränden im Laufe der letzten Jahre feststellen", so Weißhaupt von der Feuerwehr Mönchengladbach.

Die Feuerwehrleute müssen in dichtem Rauch arbeiten | Bildquelle: WDR/Hanna Makowka

Die häufigste Ursache dabei sei die Unachtsamkeit der Menschen - weggeworfene Zigaretten, Unfälle beim Grillen oder das Verbrennen von Unkraut mit einem Gasbrenner. Dazu kommt der Klimawandel mit längeren Hitzeperioden und weniger Regen. "Bei der Trockenheit ist die Ausbreitungsgefahr sehr hoch", Weißhaupt weiter.

Warum Brände in der Natur so gefährlich sind

Solche Einsätze stellen Feuerwehren vor besondere Herausforderungen. Anders als bei einem Gebäudebrand können sich Flammen auf trockenen Feldern oder Wiesen innerhalb kurzer Zeit ausbreiten. Wind, Hitze und ausgetrocknete Vegetation machen die Lage oft unberechenbar.

Unsere Quellen

  • Feuerwehr Mönchengladbach
  • Freiwillige Feuerwehr Gemeinde Schwalmtal
  • Freiwillige Feuerwehr Mönchengladbach-Hardt
  • Deutscher Feuerwehrverband e. V.
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 01.08.2026, 12:45 Uhr