Studentinnen entwickeln Menstruations-Kekse
WDR. 03:14 Min.. Verfügbar bis 16.07.2028.
Mehl, Zucker, Salz - erstmal wirkt die Rezeptur wie ein normaler Plätzchenteig. Doch wenn die Masterstudentinnen ihre persönliche Kräutermischung hinzufügen, färbt sich alles grün. Und so soll es sein.
Frauenmantelkraut, Brennnesselpulver und Magnesium sind unter anderem Bestandteil der Kekse. "Insgesamt ist die Mischung so angelegt, dass wir Kräuter ausgewählt haben, die dafür bekannt sind, krampflösend zu wirken, aber auch entzündungshemmend wirken", erklärt Maike Fraune. Für die Zusammensetzung haben die Studentinnen Kräuter- und Arzneibücher gewälzt und sich mit so genannten Teedrogen vertraut gemacht.
Alle Kekse haben ein Rosenmuster und werden in Herzform ausgestochen.
Süße Alternative zu Schmerzmitteln bei Periodenschmerzen
Eine Wärmflasche oder warmen Kräutertee kann man im Alltag nicht immer überall dabei haben. Die Erfahrung haben die vier selbst gemacht. Also was tun gegen Bauchkrämpfe? "Wir wollen die Alternative zu einem Arzneimittel schaffen, denn andauernd Arzneien zu nehmen ist auch nicht gut für den Körper. Und es ist vielleicht auch ein unschönes Gefühl, was man da selber hat", sagt Daria Schlüter.
Und alle vier sind sich einig: Während der Menstruation hat man große Lust auf Süßigkeiten. Eine Umfrage an ihrer Hochschule hat das bestätigt. Da drei von ihnen Lebensmitteltechnologie im Bachelor studiert haben und gerne backen, lag ein Keks also nahe.
Jacqueline Steinwedel und Maike Fraune haben sich tief in die Kräuterkunde eingelesen.
Vier Monate lang haben sie an der Rezeptur gefeilt und eine Verpackung kreiert. Auch die Konsistenz musste stimmen: Ihre Kekse sollten schön weich bleiben. Durch eine Zitronennote schmecken sie frisch.
Bundesweiter Preis und Start-up-Träume
Mit ihren Keksen haben die Studentinnen den bundesweiten Ideenwettbewerb "Trophelia" gewonnen und dürfen zum europaweiten Wettbewerb nach Paris fahren. "Dass es tatsächlich so gut ankommt und auch geschmacklich, damit haben wir gar nicht gerechnet. Und dementsprechend hat das nochmal ganz andere Türen geöffnet", erzählt Juliana Schröter.
Mit der Hand stempeln die Studentinnen jeden Keks einzeln.
Noch stecken sie in den Endzügen ihres Masterstudiums. Aber danach wollen die vier ihre Idee weiterverfolgen. Sie überlegen, ein Start-up zu gründen. Ihre Kekse irgendwann einmal im Supermarktregal zu sehen, ist ein großer Traum.
Unsere Quellen:
- TH OWL
- Gespräche der WDR-Reporterin mit den Studentinnen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 16.07.2026, 19:30 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 16.07.2026