35 Bodenfeuchtesensoren hat die Stadt neben jungen Bäumen eingegraben. Dort messen sie nun, wie feucht und wie warm die Erde ist. Diese Daten senden die Sensoren mehrmals täglich an die Städtischen Betriebe. Dort können die Mitarbeitenden auf einer digitalen Karten genau sehen, um welche Bäume es zu trocken ist.
"Hier geht es um eine sehr konkrete Frage: Braucht dieser Baum heute Wasser oder nicht?" Nicole Baeumer, Projektleiterin Smart City-Projekt Lemgo
Die Sensoren geben den MItarbeitenden von den Städtischen Betrieben darauf eine verlässliche Antwort. Die Projektleiterin Nicole Baeumer sagt, das spare Wasser, Zeit und Wege.
Junge Bäume sterben bei Trockenheit schnell ab
Eingesetzt wurden die Sensoren neben Bäumen, die erst in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden. Denn junge Bäume sind besonders anfällig für Trockenschäden. Nach drei bis fünf Jahren an einem Standort sollten die Bäume dann genug Wurzelwerk haben, und müssen alleine klar kommen, erklärt der Leiter der Städtischen Betriebe Lars Becker.
Den Strom für die Sensoren liefert eine kleine Solarzelle. Die Standorte der Sensoren wurden so ausgewählt, dass aus den Messwerten Rückschlüsse auf den Gießbedarf von insgesamt 400 jungen Bäumen möglich sind.
Klimawandel macht Baumpflege immer aufwändiger
Wegen des Klimawandels wird der Hitzestress für Bäume immer größer. Für die Angestellten der Städtischen Betriebe bringen die Sensoren eine Erleichterung bei der Pflege der Bäume. Aber sie wollen auch Rückschlüsse für die Zukunft ziehen. Neben der Bodenfeuchte wollen sie auch aufzeichnen, wieviel gegossen wurde und wie viel Wasser unterschiedliche Baumarten brauchen.
"Bei unserer täglichen Arbeit merken wir den Klimawandel deutlich. Wir müssen heute mehr gießen als noch vor 15 Jahren, in der Hochphase sind wir aktuell mit zwei Fahrzeugen unterwegs." Lars Becker, Leiter der Städtischen Betriebe
Außerdem erklärt Becker, die Städtischen Betriebe könnten ihre Touren viel besser planen und Wasser sparen, wenn sie künftig sehen, wo das Wasser wirklich gebraucht wird.
Daten sollen in Zukunft öffentlich sein
Erst einmal haben nur die Städtischen Betriebe Zugriff auf die Messwerte. In Zukunft soll aber jeder eine Zusammenfassung der Daten sehen können. Lemgo lässt außerdem gerade ein Konzept erarbeiten, wie die Stadt Regenwasser sammeln, speichern und für Trockenzeiten nutzen kann. Ergebnisse soll es im im Frühjahr 2027 geben.
Lemgo gießt Bäume jetzt nach Bedarf
WDR. 30.07.2026. 00:46 Min.. Verfügbar bis 29.07.2028.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Stadt Lemgo
- Gespräch mit Lars Becker, Leiter der Städtischen Betriebe Lemgo
- Gespräch mit Nicole Baeumer, Projektleiterin Smart City-Projekt Lemgo
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 30.07.2026, 15:30 Uhr