Als die Ermittler im vergangenen Jahr zuschlugen, landeten sie einen Volltreffer. In einer mutmaßlich von der Willicher Firma angemieteten Scheune in Viersen entdeckten sie rund 25 Tonnen Schaum-Feuerlöscher sowie 40 Tonnen Löschmittel, das mit der giftigen Chemikalie PFAS belastet war.
Feuerlöscher-Entsorgung ohne Genehmigung?
Alte Schaum-Feuerlöscher werden normalerweise von spezialisierten Unternehmen entsorgt. Wegen der Giftstoffe haben dafür nur wenige Experten in Deutschland eine Genehmigung, heißt es von der Staatsanwaltschaft in Dortmund. Sie ermittelt in dem Fall, weil dort die Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in NRW sitzt.
230.000 Euro Entsorgungskosten eingespart
Das Unternehmen aus Willich habe eine solche Genehmigung nicht vorweisen können, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Der Verdacht: Der Inhaber, sein Sohn und ein Mitarbeiter nahmen die Feuerlöscher von anderen Firmen gegen Geld an, entsorgten sie dann aber zumindest in vielen Fällen gar nicht oder nicht sachgerecht. Dadurch hätten sie rund 230.000 Euro Entsorgungskosten gespart.
PFAS in Böden und Gewässern
Konkret soll das Trio zwischen 2020 und 2024 rund 208 Tonnen des PFAS-haltigen Materials entgegengenommen haben. Für mindestens die Hälfte davon fehlt laut den Ermittlern ein Entsorgungsnachweis.
Wo das Löschpulver geblieben ist, ist noch nicht abschließend geklärt und soll noch ermittelt werden. Klar ist, dass das Gift in der Nähe der Betriebsstätten in Willich und Viersen auch in Böden und Gewässern nachgewiesen wurde.
Mehrere Jahre Haft möglich
Die drei Männer müssen sich nun unter anderem wegen besonders schwerer Gewässer- und Bodenverunreinigung verantworten. Außerdem sind sie wegen des unerlaubten Umgangs mit Abfällen angeklagt. Ihnen drohen mehrere Jahre Haft.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Dortmund
- Deutsche Presseagentur
Über dieses Thema berichtet der WDR am 06.06.2025 auch im Radio auf WDR 2.
