Die Wasserqualität ist "top" – an den Werten der Bevertalsperre haben die Behörden im Oberbergischen wenig auszusetzen. Das Badeverbot wegen Blaualgen ist schon seit einem Monat wieder aufgehoben - doch bleibt die Unsicherheit. Es kämen spürbar weniger Gäste, klagen vor allem die Betreiber der Gastronomien und der Campingplätze.
Obwohl aktuell keine Badeverbote gelten, ist das Risiko und auch die Sorge vor neuen Blaualgen nicht unberechtigt, sagt der Sprecher der Kreisverwaltung Philipp Ising: "Grundsätzlich ist die Lage mit den Blaualgen sehr dynamisch. Das kann so extrem sein, dass man in den Morgenstunden keine Blaualgen sieht und dass sich im Laufe eines Tages bis zum frühen Abend dann Blaualgen bilden."
Badeverbote an anderen Talsperren
Vor allem, wenn der Wasserstand so niedrig ist wie aktuell an der Bever und auch bei anderen Talsperren. Kommt dann noch die Hitze hinzu, begünstigt das die Entstehung der Blaualgen. Und dann werden Badeverbote verhängt - wie in Marienheide: Dort ist die Brucher Talsperre komplett, an der Lingesetalsperre ist eine von drei Badestellen wegen Blaualgen gesperrt.
Aber Philipp Ising beruhigt: "An der Bever haben wir im Moment keine Blaualgen, und damit steht dem Badevergnügen nichts im Wege." Er empfiehlt aber, sich vor der Anreise auf der Internetseite des Oberbergischen Kreises zu vergewissern, ob aktuell Blaualgen vorhanden und somit Badeverbote in Kraft sind.
Kontakt unbedingt vermeiden
Christian Timm vom Gesundheitsamt im Oberbergischen kann verstehen, dass Badegäste sich sorgen. Denn der Kontakt mit Blaualgen ist gefährlich: "Dazu muss man wissen, dass es sich eigentlich gar nicht um Algen handelt, sondern um Cyano-Bakterien, die Gifte abscheiden können. Und die können zu Haut- und Augenreizungen oder beim Verschlucken auch zu Übelkeit und Erbrechen führen."
Deshalb sollen Badegäste auch selbst die Augen und Nase offenhalten: Modriger Geruch und Algenteppiche können Hinweise sein – dann heißt es leider wieder: Raus aus dem Wasser!
Unsere Quellen:
- Kreisverwaltung und Gesundheitsamt Oberbergischer Kreis
- Wupperverband
- WDR-Reporterin vor Ort