Zu verschenken: Familie aus Zülpich wird 13.000 Bierflaschen kaum los
Bildquelle: WDR / Marc-André Schröter3 Min. 18 Sek.. Verfügbar bis 07.03.2028.
Zu verschenken: Familie aus Zülpich wird 13.000 Bierflaschen kaum los
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Lara Mörsch wird die riesige Biersammlung im neuen Haus nicht los. Erst 2.500 Flaschen sind weg. Kann man die alten, teils über 20 Jahre abgelaufenen Biere notfalls einfach selbst trinken? Eine Biersommelière hat das jetzt vor.
In Zülpich kauft Familie Mörsch ein altes Haus und damit auch eine ganz besondere Altlast. Keller, Schuppen, Garage und Dachboden stehen voll mit insgesamt rund 13.000 ungeöffneten Flaschen Bier. Es ist die Sammlung vom verstorbenen Vorbesitzer Heinz Büttgen. Er hatte über 20 Jahre lang Biere aus der ganzen Welt gesammelt.
Bierflaschen im Weg
In drei Monaten möchte die Familie das Haus fertig saniert haben und mit ihren Töchtern einziehen. Doch die vollen Biere stehen im Weg. Nachdem wir vor einer Woche darüber berichtet hatten, kamen fast 50 Anfragen aus ganz Deutschland bei der Familie an.
"Mit so vielen Reaktionen hätten wir nie gerechnet. Es ist teilweise schon zu viel, was da auf uns einströmt." Lara Mörsch, Hausbesitzerin
Keinen Sammler gefunden, der alle Flaschen nimmt
Familie Mörsch wünscht sich einen Sammler, der einfach alle 13.000 Flaschen nimmt. Doch der ist nicht in Sicht. Stattdessen kämen viele, die mal 60, mal 200 Flaschen wollten, berichtet Lara Mörsch. Das sei ermüdend.
Hoffnung macht ihr Anna Bettu, die extra fünf Stunden Anreise aus Tuttlingen in Baden-Württemberg auf sich genommen hat: "Oh mein Gott, das ist Wahnsinn", kommentiert sie den Anblick der Sammlung.
Biersommelière will altes Bier trinken
Anna Bettu und Partner Oliver holen Bier ab
Bildquelle: WDR / Marc-André SchröterDie 26-Jährige ist Biersommelière und will die meisten Biere selbst probieren, obwohl viele schon über 20 Jahre abgelaufen sind. "Vor allem starke Biere, ab sieben Prozent, entwickeln über die Jahre richtig interessante Geschmacksnoten", berichtet Bettu. Ältere deutsche Biere könne man gefahrlos trinken, da Zucker und Alkohol keine gefährlichen Stoffe entstehen lassen würden.
Alte, längst verschollene Hefekulturen in alten Bieren vermutet
Anna Bettu und Lara Mörsch probieren 30 Jahre abgelaufenes Himbeerbier.
Bildquelle: WDR / Marc-André SchröterRund 1.500 Flaschen wird sie mit Freund Oliver mitnehmen, mehr darf ihr Sprinter nicht laden. Die meisten würden sie selbst probieren, um die Veränderung der Biere über die Jahre zu dokumentieren. Ein paar alte Biere kommen ins Museum und bei besonders alten hofft das Paar Hefekulturen zu finden. Diese versuchen sie mit Zucker zu reaktieren, um daraus vielleicht ganz neue Biere zu brauen.
Abgelaufenes Himbeerbier probieren?
Lara Mörsch und ihre Familie probieren auch ein über 30 Jahre abgelaufenes Himbeerbier. "Besser als ich es befürchtet habe", sagt sie zum leicht nach Fruchtwein schmeckenden Bier. Die restlichen rund 10.000 Bier selbst zu trinken, sei aber keine Alternative, um die Flaschen endlich loszuwerden.
Unsere Quellen:
- Eindrücke und Gespräche vom Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, "Wie geht es mit den 13.000 Bierflaschen aus Zülpich weiter? ", 08.03.2026, 06.01 Uhr