Neues Hightechzentrum für E-Motorsport in Köln
Bildquelle: WDR/Daniel GowitzkeLokalzeit aus Köln. 24.06.2025. 03:17 Min.. Verfügbar bis 24.06.2027. WDR. Von Daniel M. Gowitzke.
Die Neonröhren flackern nicht, sie sind exakt gedimmt. Die Fenster des Raums sind mit Verdunklungspanels abgeschirmt, der Lärm der Großstadt bleibt draußen. In einem der sechs Simulatoren im neuen E-Sports-Zentrum in Köln-Ossendorf sitzt Joshua Rogers (25) aus Australien. Hochkonzentriert steuert er seinen virtuellen Rennwagen durch eine Kurve. Nur das Klicken seiner hydraulischen Fußpedale ist zu hören.
Seit Mai 2025 trainiert hier das Porsche-Werksteam im Simracing, das zuvor im westfälischen Gronau beheimatet war. Mit dem Umzug nach Köln rückt die Mannschaft jetzt näher an die wachsende E-Sports- und Medienszene der Rheinmetropole.
Internationales Team trainiert in Köln
Im Fokus stehen dabei sechs Fahrer im Alter von 18 bis 28 Jahren. Neben Rogers gehören Jordan Caruso (24) aus Australien, Charlie Collins (20) aus Großbritannien, Mitchell deJong (27) und Elvis Rankin (17) aus den USA sowie Dayne Warren (23) aus Australien zum Team. Alle bestreiten internationale Wettbewerbe als professionelle Simracer.
Das Trainingshub im Racing-Zentrum.
Bildquelle: WDR/Daniel GowitzkeIhr neues Trainingszentrum in Köln umfasst rund 320 Quadratmeter und bietet neben Simulatoren auch Arbeitsplätze, eine Lounge, Büroräume und einen Fitnessbereich. Die Einrichtung ist darauf angelegt, möglichst realitätsnahe Trainingsbedingungen zu schaffen.
Mannschaftsgeist soll gestärkt werden
Nina Braack, zuständig für das Simracing-Team, nennt Köln den "idealen Standort": "Das Umfeld hier bietet uns die Chance, Sport und persönliche Entwicklung besser zu verbinden." Einige der Fahrer leben in Wohngemeinschaften, andere in eigenen Wohnungen – ein bewusst gewählter Ansatz, um Teamgeist und Eigenverantwortung zu fördern.
Vorbereitung auf WM in Riad
Aktuell bereiten sich die Fahrer intensiv auf den E-Sports-Worldcup im Juli in Riad vor, bei dem insgesamt über 70 Millionen US-Dollar an Preisgeldern ausgeschüttet werden - der größte Preisgeldtopf in der Geschichte des E-Sports.
Für Köln ist der Umzug ein weiterer Schritt in Richtung digitaler Sportmetropole. Mit der Gamescom als weltweit größter Gaming-Messe mit über 320.000 Besuchern im Jahr 2024 und einer wachsenden E-Sports-Infrastruktur stärkt die Stadt ihre Position. Auch Nordrhein-Westfalen als Ganzes profitiert - das neue Zentrum macht das Bundesland zum sichtbaren Teil einer weltweiten, wachsenden E-Sports-Industrie.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Yannick Bitzer, Porsche
- Porsche E-Sport