Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof Opladen ein Flop
Lokalzeit aus Köln. 13.08.2025. 16:56 Min.. Verfügbar bis 13.08.2027. WDR. Von Jenny Weißenfels-Hummelsiep.
Gleich an vier Stellen finden sich die Spezial-Parkhäuser in Bonn: am Beueler Bahnhof, am Konrad-Adenauer-Platz, am Stiftsplatz und am Frankenbad.
Ein Euro pro Stellplatz und Tag
Die rechteckigen, futuristisch angehauchten Bauten sind schon von weitem gut zu erkennen. An der fehlenden Sichtbarkeit liegt es also nicht. Und auch nicht am Preis: Pro Stellplatz und Tag wird nur ein Euro fällig.
Trotzdem kann das Ende 2023 gestartete Projekt der Stadtwerke Bonn (SWB) bislang als Rohrkrepierer bezeichnet werden. 280 abschließbare Boxen stehen insgesamt zur Verfügung. Jeder der Plätze wurde im Schnitt nur elf Mal im gesamten Jahr gebucht.
Umständliches Prozedere, zu weit weg
"Uns war bewusst, dass es einen gewissen Zeitraum braucht, um eine Akzeptanz bei den Menschen zu erreichen", sagt Tobias Pissarczyk von den Stadtwerken Bonn dem WDR. Für viele Zweiradbesitzer ist es offenbar noch eine Hürde, dass das System vollautomatisch funktioniert. Um die Fahrrad-Parkhäuser nutzen zu können, müssen sie eine App herunterladen. Und: Überdurchschnittlich hohe Räder passen nicht hinein.
Höhere Fahrräder passen nicht ins Parkhaus.
Der WDR fragt in der Umgebung der Parkhäuser nach. Der weite Weg dorthin, das recht umständliche Prozedere und genug freie Abstellmöglichkeiten in der Umgebung - so der Tenor der Antworten von Passanten und Anwohnern, warum sie das Angebot nicht nutzen.
Kosten: drei Millionen Euro
Gekostet haben die Fahrrad-Parkhäuser übrigens rund drei Millionen Euro, ein Teil wurde durch den Europäischen Fond für regionale Entwicklung finanziert. Mit Marketingkampagnen und Anbindung an Parkleitsysteme wollen die SWB ihre Parkhäuser nun populärer machen.
Schwierige Buchung in Leverkusen
Im Pendlerknoten Leverkusen-Opladen der gleiche traurige Anblick. 400 Stellplätze stehen zur Verfügung, ein Großteil davon überdacht und gesichert. Auch hier kostet das Abstellen einen Euro pro Tag. Die Stadt Leverkusen hat für ihr Fahrrad-Parkhaus ebenfalls drei Millionen Euro investiert, unterstützt mit Fördergeldern vom Land. Doch Zweiräder stehen hier kaum.
Auch das Fahrrad-Parkhaus in Leverkusen-Opladen wird kaum genutzt.
Betreiber ist das Leverkusener Nahverkehrsunternehmen Wupsi. "Wir hatten Anlaufschwierigkeiten mit einer schwierigeren Buchung. Außerdem war das Parkhaus aufgrund von technischen Problemen und Vandalismus eine Zeit lang gesperrt", sagt Wupsi-Sprecherin Kristin Menzel.
Fahrrad-Parkhäuser in Leverkusen sollen attraktiver werden
Seit Mai hat die Wupsi den Neustart-Knopf gedrückt. Mehr Werbung, ein kostenloser Testzeitraum und eine einfachere Bedienung sollen das Fahrrad-Parkhaus attraktiver machen.
Blick auf die Europa-Allee am Opladener Bahnhof
Ein Problem aber bleibt: Wer mit dem Rad zum Parkhaus möchte, muss dafür über die stark befahrene Europa-Allee schlängeln - ohne eigene Fahrradspur, kritisiert der Fahrradclub ADFC. Laut Stadt soll sich die Situation nach dem Ende der Bauarbeiten rund um den Bahnhof verbessern. Wann das sein wird, ist unklar.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterinnen vor Ort
- Gespräch mit Tobias Pissarczyk von den Stadtwerken Bonn
- Gespräch mit Kristin Menzel von Wupsi
- Gespräch mit dem ADFC
- Gespräche mit Passanten und Anwohnern