Vier Jugendliche sitzen mit verschiedenen mobilen Geräten nebeneinander

Bergischer IHK Präsident: Junge Arbeitnehmer sind zu oft krank

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Henner Pasch, Präsident der Bergischen IHK, findet, dass junge Arbeitnehmer zu wenig Einsatz zeigen und fordert einen Mentalitätswechsel.

Von Raphaela Biermann

Azubis und junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten fleißiger sein, mehr Einsatz für ihre Firma zeigen und auch mal die Zähne zusammenbeißen. Das sagt der Präsident der Bergischen IHK, Henner Pasch. In wirtschaftlich schweren Zeiten sei das für die Firmen besonders wichtig. Pasch fordert einen Mentalitätswechsel - vor allem bei der jüngeren Generation. Er kennt Beispiele aus dem eigenen Unternehmen:

„Wenn sich Auszubildende in einem Bewerbungsgespräch nach Work-Life-Balance und Homeoffice erkundigen, dann verwundert mich das sehr." Henner Pasch, Präsident der Bergischen IHK
Bergischer IHK Präsident: Junge Arbeitnehmer sind zu faul

Grundsätzlich hält er digitales Arbeiten für sinnvoll, aber meint auch, dass ein persönlicher Kontakt mit dem Arbeitgeber unerlässlich ist. Gerade in der Ausbildung sei der direkte Austausch mit erfahrenen Kollegen am Arbeitsplatz unglaublich wichtig. Es könne nicht sein, dass sich junge Menschen den Ausbildungsplatz auswählen, an dem sie den meisten Komfort genießen.

"Die ältere Generation ist Schuld"

Der Präsident der IHK sieht sich und seine Generation selbst in der Verantwortung: "Das sind wir Älteren meiner Meinung nach selbst schuld, und da müssen wir dringend umsteuern. Wir haben dieser Generation offensichtlich vermittelt, dass es opportun sei, sich mit Forderungen nach Bequemlichkeit zu bewerben." Pasch prognostiziert, dass die Situation so nicht bleiben wird. Die jungen Leute müssten sich in der Zukunft Gedanken, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen können, gerade weil auch alles teurer wird.

Henner Pasch leitet in Solingen das Unternehmen Fourtexx mit 50 Mitarbeitern - ein Beratungsunternehmen, das Personalsoftwarelösungen anbietet. In diesem Jahr habe er nach eigenen Angaben keinen geeigneten Auszubildenden gefunden. Grund: die Qualifikation und Leistungsbereitschaft seien bei den Bewerbern nicht vorhanden gewesen.

Hohe Krankheitrate bei Auszubildenden

In der Funktion als IHK-Präsident weiß er, dass viele Bergische Firmen über hohe Krankheitsraten klagen - insbesondere bei den Auszubildenden und jungen Mitarbeitern. Man könne eine gewissen Lustlosigkeit feststellen und einen Mangel an seiner beruflichen Perspektive zu arbeiten.

Jetzt fordert der Präsident der Bergischen IHK ein grundsätzliches Umdenken. "Die reale Problematik der wirtschaftlichen Situation ist bei den Leuten noch nicht angekommen. Viele scheinen nicht zu wissen, dass große wirtschaftliche Unternehmen massiv Stellen abbauen und überall gespart wird. Meines Erachtens haben die jungen Leuten noch nicht begriffen, dass es auch sie betrifft." Einen fehlenden Leistungsgedanken könnten sich Auszubildende daher nicht mehr länger erlauben.

Es gelte nun neue Ansätze zu finden, junge Leute zu motivieren und ihnen deutlich zumachen, dass es auch auf ihre Leistung ankäme, "dass ihre individuelle Leistung zur Wertschöpfung des Unternehmens und zum Erfolg unserer Volkswirtschaft sehr wichtig ist."

Bergischer IHK Präsident: Junge Arbeitnehmer sind zu oft krank

WDR Studios NRW 29.10.2025 00:42 Min. Verfügbar bis 29.10.2027 WDR Online

Unsere Quellen: 

  • Bergische IHK 
  • Reporter vor Ort

Über dieses Thema berichten wir auch im WDR-Fernsehen: Lokalzeit Bergisches Land am 29.10.2025 um 19:30 Uhr.

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